Someone Else

Autor: Laura Kneidl

Verlag: LYX

Erschienen: 27.1.2020

Seitenzahl: 432

ISBN: 978-3-7363-1121-3

Ich bin vielleicht noch nicht ganz an dem Punkt, dieser Mensch für dich sein zu können, aber eines verspreche ich dir. (…) Ich werde nicht aufhören an mir zu arbeiten, bis ich es bin.

– Laura Kneidl, Someone Else

Darum geht’s:

Bereits im Vorgängerteil „Someone New“ hat man Cassie und Aurie aus Nebencharaktere kennengelernt. Diese beiden sehr unterschiedlichen Menschen, die doch durch ihre Leidenschaft für Tolkien und LARPs perfekt zusammenpassen. In diesem Buch bekommen sie nun ihre eigene Geschichte. Und die lohnt sich!

Deswegen empfehle ich dieses Buch:

Die Chemie zwischen Cassie und Aurie stimmt von der ersten Seite an. Sie beginnen als beste Freunde und diese Vertrautheit wird sehr gut eingefangen. Laura Kneidl schafft es wirklich gut, diese freundschaftliche Atmosphäre herzustellen und gleichzeitig schon die ersten Weichen für eine Entwicklung hin zu mehr zu stellen. Mir hat es sehr gut gefallen in diese Freundschaft mit reingenommen zu werden. Als Leser hat man so schnell ein Gespür für das, was die beiden verbindet.

Wie in jeder guten Romanze werden diese platonischen Gefühle nach und nach ins Wanken gebracht. Laura Kneidl ist beweist hier einmal wieder ihr großes Talent für Liebesgeschichten. Der ganze Weg, den Cassie und Aurie miteinander gehen ist einfach wunderschön geschrieben! Natürlich gibt es einige Stolpersteine, und die führen immer wieder zu sehr emotionalen bewegenden Momenten zwischen den Protagonisten.

Thematisch steckt in „Someone Else“ aber noch viel mehr, als eine Liebesgeschichte. Die Fragen, die vor allem aufgeworfen werden sind vor allem Fragen nach der eigenen Identität. Eins der Hauptprobleme zwischen Cassie und Aurie ist, dass beide wenig über ihre Gefühle sprechen und dafür umso mehr darüber nachdenken, was Andere denken. Gerade Aurie muss lernen zu dem zu stehen, was er will und das macht ihn in meinen Augen sehr nahbar. Man kann sich gut mit ihm identifizieren und fühlt mit ihm mit, auch wenn man Cassie, die genau unter dieser Feigheit leidet ebenso versteht.

Für mich als Serien- und Filmefan waren vor allem auch die Passagen zu dem Hobbie der beiden toll zu lesen. Ich hatte direkt Lust mir auch selber Kostüme zu schneidern und auf Conventions zu gehen. Wirklich raffiniert und überraschend fand ich den Gastauftritt, den die Charaktere aus Laura Kneidls anderer Reihe (Berühre mich. Nicht! und Verliere mich. Nicht.) auf eben dieser Convention hatten.

Bei aller Liebe, die ich für dieses Buch habe, muss ich jedoch auch sagen, dass meiner Meinung nach manche Stellen ein bisschen zu gestreckt waren. Auch wenn die Beziehung zwischen Cassie und Aurie wunderschön entwickelt wurde und in manchen Passagen sehr romantisch ist, hätten viele Konflikte meiner Meinung nach auch schneller aufgelöst werden können.

Heißt also…

Auch wenn mir „Someone New“ ein wenig besser gefallen hat, muss ich sagen, dass Laura Kneidl wieder eine wirklich gute, sehr romantische Geschichte mit tollen Charakteren gelungen ist. Ich empfehle „Someone Else“ sehr gerne weiter und freue mich jetzt schon auf den dritten Band der Reihe!









Die letzten Wochen war ich leider nicht sehr aktiv auf meinem Blog. Der Grund dafür ist vor allem, dass ich vor kurzem umgezogen bin und mich das psychich und physisch doch sehr in Beschlag genommmen hat. Ich würde allerdings sehr gern aktiver werden und habe mir überlegt, dass ich gerne eine neue Kategorie auf diesem Blog starten möchte: Die Top 10-Listen. Schreibt mir also gerne Ideen zu welchen Themen ich euch meine Top 10-Bücher vorstellen soll 🙂

Das Parfum

Autor: Patrick Süskind

Verlag: Diogenes

Erschienen: August 2016

Seitenzahl: 319

ISBN: 978-3-257-06540-4

Darum geht’s:

Jean Baptiste Grenouille hat eine besondere Begabung: Seinen Geruchssinn. Doch genau diese besondere Fähigkeit ist es, die ihn letztenendes zu einem Mörder macht.

Deswegen empfehle ich dieses Buch:

🔪 Es hat, meiner Meinung nach, einen der besten ersten Sätze aller Zeiten!

„Im 18. Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte.“

Ich finde diesen Satz so gut, weil er die Stimmung und den Stil des Buches, sowie unseren Protagonisten gleich zu Beginn mit so wenigen, gut gewählten Worten wiedergibt. Er zeigt direkt den Schreibstil, berichtet uns direkt von den vielen abscheulichen Gestalten und nennt Grenouille ein genialen und zugleich einen abscheulichen Mann. Eine Einschätzung, die der Erzähler des Buches noch öfter mit dem Leser teilen wird und eine, die er im Verlaufe des Buches immer zu verstehen lernt.

🔪 Trotz Genre ist es wahnsinnig humorvoll

Das Leben im 18. Jahrhundert in Frankreich war nicht besonders leicht. Jean Baptiste Grenouille begegnet in seinem Leben vielen Menschen, denen er suspekt ist, und viele Menschen, die selbst suspekt sind. Und er wird zum Mörder. All diese Tasachen beschreibt Süskind auf so trockene, nüchterne Weise, dass sich daraus ein wahnsinnig makabres Buch mit schwarzem Humor ergibt. Mir gefiel das sehr gut!

🔪 Patrick Süßkind schreibt genial!

Kurze, prägnante Sätze; tolle, bissige Erzählerkommentare; trockener, makabre Humor. All dies sind die Dinge die Süskinds Schreibstil ausmachen. Ich fand es sehr interessant, wie dieser Stil auf der einen Seite dafür sorgt, dass man die ganzen Grausamkeiten, die Grenouille erleiden muss aber auch seine eigenen grausamen Taten als nicht so schlimm wahrnimmt und manchmal sogar darüber schmunzeln muss. Auf der anderen Seite ist es genau dieser Stil, der einem als Leser vor Augen führt, wie leicht man über solche Dinge hinwegsieht, wenn sie so schörkelos und ohne Effekthascherei erzählt werden.

🔪 Eine sehr spannende Prämisse

In Krimis gibt es sehr viele Motive, die ein Mörder haben kann. Meistens sind es verletzte Gefühle, Gier, familiäre Gründe. Ein Motiv wie hier ist da schon etwas sehr besonderes. Wie am Anfang geschrieben, ist es der besondere Geruchssinn, der Grenouille schließlich zum Mörder macht. Denn nachdem er bei einem Parfumeur in die Lehre gegangen ist stellt er fest, dass es Menschen (bzw. Frauen) gibt, die einen ganz besonders intensiven, tollen Geruch haben und wird ganz besessen davon diese in einem Parfum zu konservieren. Um dieses perfekte Parfum zu erreichen geht er sogar über Leichen.

🔪 Man bekommt Einblick in die Welt der Parfumherstellung und des Frankreichs des 18. Jhd

Dieser Punkt bedarf wohl keiner großen weiteren Erklärung. Der Leser liest von den schrecklichen Zuständen in Frankreich, lernt auf welche Dinge ein Parfumeur achten muss, wie ein Parfum hergestellt wird/wurde usw.

🔪Obwohl er ein Mörder ist, ist der Protagonist irgendwie sympathisch und zieht den Leser total in den Bann

Vor allem liegt auch das am Schreibstil. Der Erzähler wirkt beeindruckt von Grenouilles Begabung und veurteilt diejenigen, die ihn schlecht behandeln. Das färbt auf den Leser ab und man beginnt seine Motivation zu verstehen und mit ihm mitzufiebern.

🔪 Es hat ein sehr anderes, überraschendes Ende

Hierzu sei nur gesagt, dass Grenouille sich kurz vor Ende des Buches in einer Situation befindet, aus der er sich sehr anders befreit, als man denken würde. Kurz darauf endet das Buch und das noch einmal mit einer sehr überraschenden Wendung. Ich fand es passte total zu dem Buch und war richtig toll gewählt!

Heißt also…

„Das Parfum“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Es besticht durch einen außergewöhlichen Schreibstil und eine spannende Geschichte!