Als die Welt stehen blieb

Autorin: Maja Lunde

Verlag: btb

Erschienen: 28.09.2020

Seitenzahl: 224

ISBN: 978-3-442-77097-7


Wie soll ich jetzt schreiben, keine meiner Geschichten kann das übertreffen. (S. 10)

Darum gehts:

„Als die Welt stehen blieb“ kann man als Maja Lundes Tagebuch aus den ersten Tagen und Wochen der Corona-Pandemie bezeichnen. Sie erzählt davon wie sich ihr Leben durch den Lockdown schlagartig änderte, von ihren Ängsten und Sorgen, von ihren Gedanken.



Das sage ich…

Maja Lunde ist eine tolle Autorin. Und das merkt man hier wieder einmal. Wirklich packend und präzise beschreibt sie hier ihre Gefühle und ihr Leben aus der Zeit, als die Welt stehen blieb. Sie erzählt von den ersten abgesagten Veranstaltungen, den ersten Tagen im Homeoffice, den ersten Unsicherheiten bezüglich des weiteren Verlaufes der Pandemie. Der veränderte Alltag, die Schwierigkeiten und Chancen, die es mit sich brachte plötzlich zu Hause festzusitzen und vieles mehr sind Thema. Sie ist Norwegerin und dennoch sind ihre Erfahrungen, denke ich, sehr ähnlich denen, die Menschen auch hier in Deutschland hatten.

Sie nimmt uns als Leser durch ihren tollen, wortgewandten Schreibstil richtig mit hinein. Ich habe mir während des Lesens oft gedacht „Ja, so hat es sich angefühlt.“ Viele Gefühle, die sie hier beschreibt, haben wir denke ich alle empfunden und ich fand es toll eine weitere Erfahrung und Perspektive zu lesen.

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns bis heute und wird es vermutlich auch noch weitere Monate tun, und doch hat sich schon wieder vieles verändert. Die Zeit des Lockdowns ist vielen allerdings noch im Kopf, gerade jetzt, wo die zweite Welle in vollem Gange ist und die Infektionszahlen wieder stark steigen. Dieses Buch ist eine kraftvolle Erinnerung, die, denke ich, mit noch weiterem zeitlichen Abstand nur noch mehr an Stärke gewinnen wird.

Was ich jedoch sagen muss ist, dass ich durchaus verstehen kann, wenn es zu diesem Zeitpunkt noch zu früh ist. Die Erfahrungen, die geschildert werden, sind eben nicht in einer spannenden, fiktiven Geschichte verpackt und wirkten auch auf mich deshalb manchmal ein wenig eintönig. Mit der Lockdown-Zeit noch in so frischer Erinnerung und der Pandemie noch in vollem Gange ist dieses vielleicht ein Buch, bei dem man sich die Frage stellen kann, ob man wirklich noch einen solchen Erfahrungsbericht braucht.

Heißt also:

Ich lese Maja Lundes Bücher immer wieder gerne. Auch „Als die Welt stehen blieb“ hat mir sehr gut gefallen, weil es die Zeit zu Beginn des Jahres noch einmal ganz neu in Erinnerung ruft und die eigenen persönlichen Erfahrung durch die der Autorin ergänzt.

Bewertung: 4 von 5.

Top 10 – Parallelwelten in Büchern

Ich empfinde Lesen immer wieder als ein Abtauchen in andere Welten. Es gibt Bücher, die uns in eine fiktionalisierte Version unserer eigenen Welt mitnehmen. Das sind für mich Bücher, die vor allem die persönliche Wahrnehmung, die persönliche Welt eines Protagonisten/ einer Protagonistin erzählen, die Romane. Eine andere Welt kann allerdings auch bedeuten, dass eine im wahrsten Sinne des Wortes andere, alternative Welt erzählt wird. Dies passiert in Fantasy oder Science Fiction-Büchern. Manche Bücher kombinieren diese beiden Arten von Buchwelt miteinander. Diese Kombination aus fiktionalisierter, aber dennoch realer Welt und parallel existierender zweiter, fantastischer Welt kann sehr unterschiedlich aussehen und auf ganz viele verschiedene Arten passieren. Es ist immer spannend sich anzuschauen, wie die Welten in Verbindung stehen, sich beeinflussen und ineinander übergehen.

In diesem Beitrag möchte ich euch meine 10 Lieblings-Parallelwelten vorstellen.


10. Stephen King – Der Anschlag

Platz Zehn dieser Liste ist tatsächlich direkt ein Sonderfall. Denn in Der Anschlag ist die Welt, die parallel zu unserer steht keine komplett andere, fantastische Welt, sondern vielmehr eine alternative Zeitlinie. Protagonist Jacob Eppings Aufgabe ist es nämlich in die Vergangenheit zu reisen, um das Attentat auf den US-Präsidenten Kennedy zu verhindern. Es entstehen so im Verlaufe des Buches unterschiedliche Szenarien und alternative Realitäten, die allesamt spannend erzählt sind und so anders sind, dass ich sie hier als Alternativwelt gezählt habe. Mir hat dieses Buch wirklich gefallen und ich fand die Welten, die King sich vor stellt sehr interssant. Wie würde unsere Realität heute aussehen, wenn J. F. K. nicht ermordet worden wäre? Könnten einzelne Ereignisse in der Vergangenheit wirklich durch einen Schmetterlingseffekt ganz andere Welten erschaffen, wenn sie rückgängig gemacht werden könnten?

9. Ernest Cline – Ready Player One

Ready Player One erzählt von einer klassischeren Parallelwelt. In diesem Fall eine künstlich erzeugte: In der Zukunft ist unsere, die reale Welt so trist und unbelebbar geworden, dass die Reichen, die es sich leisten können, eine alternative, virtuelle Welt erschaffen haben. Diese Welt ist also dazu da der Realität entfliehen zu können. Sie ist wunderschön, bietet Bildung, Unterhaltung und vieles mehr. Der Kontrast zwischen den beiden wird toll erzählt und bietet Raum für viel Spannung, als in der virtuellen Parallelwelt eine Schnitzeljagd stattfindet, die entscheiden soll, wer in der realen Welt das Vermögen erben soll, dass diese virtuelle Wirklichkeit generiert.

8. Ursula Poznansky – Cryptos

Der Name Ursula Poznanski steht für mich immer wieder für wirklich spannende Geschichten und Spannungshöhepunkte. Und diese enstehen häufiger durch das Zusammenspiel von unserer und einer Parallelwelt. In Erebos ist es ein Computerspiel, das Anweisungen gibt, die in der realen Welt erfüllt werden müssen und in ihrem aktuellen Buch Cryptos sind es die virtuelle Welten, in die sich Menschen flüchten, in denen es plötzlich Probleme gibt. Die Prämisse ist sehr ähnlich, wie in Ready Player One, wird aber dadurch ergänzt, dass es hier verschiedene virtuelle Welten gibt, zwischen denen die Menschen sich entscheiden und zwischen denen sie hin und her wechseln können.

7. Cassandra Clare – Chroniken der Unterwelt

Die Chroniken der Unterwelt-Reihe geht nun einen anderen Weg, als die Plätze 10-8. Denn die Parallelwelt hier ist eine, die wirklich direkt gleichzeitig zu unserer existiert und nur für unsere menschlichen Augen unsichtbar ist. Eine andere Welt bedeutet hier also eher eine Subkultur in unserer realen Welt. Die Dynamik, die dadurch entsteht, ist daher eine ganz andere, aber ebenso spannend. Die sogenannten Schattenjäger müssen nämlich die Menschen vor ebendieser unsichtbaren Parallelwelt beschützen. Und Wesen, die eben nicht demonisch, sondern annährend menschlich sind, müssen ihr Leben so leben, dass sie von den Menschen unentdeckt bleiben. Gleichzeitig existiert aber doch eine komplett andere Dimension, aus der die Dämonen kommen. Ein interessantes Zusammenspiel und meiner Meinung nach toll umgesetzt.

6. Michael Ende – Die unendliche Geschichte

Wir wünschen uns doch alle manchmal nicht nur metaphorisch, sondern wortwörtlich in Büchern verschwinden zu können, oder? Diese Phantasie lässt Michael Ende in diesem Buch wahrwerden. Interessant ist dabei vor allem der Zusammenhang zwischen den Welten. Zu Beginn des Buches liest der Protagonist Sebastian „Die unendliche Geschichte“. Es wird einfach beschrieben, wie er liest und dann das Buch selber wiedergegeben. Doch im Verlauf des Buches nimmt Sebastian immer Einfluss auf die Parallelwelt des Buches, bis er selber ein Teil von ihr wird. Ein super interessanter Einsatz einer Parallelwelt. Die unendliche Geschichte ist meiner Meinung nach nicht ohne Grund ein Klassiker.

5. Kerstin Gier – Silber

Kerstin Gier ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Sie hat einen tollen Humor und erschafft immer wieder Welten und Figuren, die man einfach liebgewinnen muss. Auch in Silber ist ihr das wieder gelungen. Die Parallelwelt funktioniert hier ebenfalls wieder ganz anders, als in den vorherigen Einträgen. Denn es geht um Träume. Die Silber-Trilogie nimmt das Phänomen des luziden Träumens und erweitert es. Luzides Träumen bedeutet zu träumen und sich dieser Tatsache bewusst zu sein. Oft kann der Träumer, sobald er feststellt, das er träumt, die Kontrolle übernehmen und den Weitergang des Traumes beeinflussen. In der Silbertrilogie wird hierdurch eine ganze Welt erschaffen. Denn hier können sich die Träumenden gegenseitig besuchen/in die Träume Anderer gehen. Außerdem haben die Träume im Verlaufe der Reihe direkte Auswirkungen auf die reale, wache Welt. Ein wirklich spannendes Konzept und eine fantastische Buchreihe.

4. C. S. Lewis – Die Chroniken von Narnia

Viele Fantasybücher spielen einfach direkt in einer erfundenen, fantastischen Welt. Narnia ist da anders. Die drei Pevensie-Geschwister kommen nämlich aus unserer Welt. Mitten im Krieg, als sie bei einem Professor auf dem Land einquartiert werden, um dort in Sicherheit zu sein, entdecken sie einen Wandschrank. Dieser Wandschrank funktioniert zeitweise als Portal in die Parallelwelt des Buches: Die fantastische Welt Narnia. In diesem Fall haben die Welten allerdings keinerlei Einfluss aufeinander.

3. J. K. Rowling – Harry Potter

J. K. Rowling hat eine der wohl bekanntesten Parallelwelten aller Zeiten geschaffen. Auch die Autorin von Harry Potter wählte allerdings eher das Konzept der Subkultur, die direkt in unserer Welt existiert und so auch in direktem Zusammenhang mit ihr steht. Die Zaubererwelt ist eine Welt mit ihren eigenen Gesetzen, Geschöpfen, Schulen und steht doch direkt in der realen Welt. Genau wie in den Chroniken der Unterwelt ist es auch hier die wichtigste Aufgabe diese Welt unendeckt von Muggeln – nicht-magischen Menschen – zu bleiben. Der Hogwarts-Express – der Zug, der die jungen Zauberschüler zur Schule bringt – fungiert hier in gewisser Weise tatsächlich wie ein Transportmittel und ein Übergang zwischen den Welten. Auf der einen Seite der ganz gewöhnliche, menschliche Bahhof Kings Cross, auf der anderen die Zaberschule Hogwarts, voller Magie, Fabelwesen und Zauberern.

Bereits in meiner letzten Top 10 Liste habe ich Cornelia Funke und ihre Tintenwelt an die erste Stelle gesetzt. Für mich ist sie eine fantastische geschichtenerzäherin, die es durch ihre tolle Sprache (wie in der letzten Liste erwähnt) auch immer wieder schafft tolle, realistisch wirkende Parallelwelten zu erzählen. Deswegen landen ihre beiden großen Jugendbuchreihen auch in dieser Liste ganz oben:

2. Cornelia Funke – Reckless

Den Übergang bildet ein Spiegel. Die eine Seite: unsere Welt. Normal. Die andere, die Spiegelwelt: Die Welt der Märchen. In jedem Buch ihrer Reckless-Reihe thematisiert Cornelia Funke Märchen aus einem anderen Teil der Welt. In der Welt hinter dem Spiegel sind sie real. Hier gibt es Schatzjäger, die die magischen Artefakte aus Märchen, wie zum Beispiel eine Strähne von Rapunzels Haar oder einen Knochen aus dem Haus einer Baba Jaga sammeln. Es gibt Goyle, Feen, Gestaltwandler und mehr.

1. Cornelia Funke – Tintenwelt

In der Tintenwelt ist wohl mit einer der interessantesten Übergänge und Zusammenhänge zwischen zwei Welten beschrieben. Denn auch in dieser Reihe gibt es einen Verlauf. Manche Menschen haben die Fähigeit durch lautes Vorlesen Objekte und Charaktere aus Büchern in unsere Welt hineinzulesen, lebendig zu machen. Den Übergang bildet hier also das Lesen als solches. Im Verlauf der Reihe dreht sich dieses Phänomen um: Es werden dann nicht nur Teile der Parallelwelt in unsere übertragen, sondern auch andersrum, bis schließlich die ganze Handlung in die Parallelwelt wechselt. Die Parallelwelt ist hierbei die Welt eines Buches. Die spannende Implikation ist also auch noch, dass es nicht nur eine Buchwelt gibt, in die man verschwinden könnte, sondern, das jedes Buch seine eigene Welt entstehen lässt. Was mich wieder zum Anfang bringt: Lesen ist abtauchen in fremde Welten 🙂 Steckt nicht wirklich in jedem Buch eine eigene Welt?

Very first Time

Autorin: Cameron Lund

Verlag: One

Erschienen: 28.08.2020

Seitenzahl: 416

ISBN: 978-3-8466-0107-5


Aber ich weiß, dass man diese Dinge nicht planen kann. Ich kann das nirgends nachschlagen, kann das nicht alles analysieren, bevor es passiert.

Darum gehts:

Keely ist in ihrem letzten Highshooljahr, und sie ist noch Jungfrau. Ihre Klassenkameraden sind es fast alle nicht mehr und nachdem Keely zum wiederholten Male das Gefühl hat zu unerfahren und unsicher zu sein, beschließt sie ihren besten Freund Andrew zu bitten mit ihr zu schlafen. Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen, oder?



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Sex und Sexualität im Allgmeinen sind etwas sehr Persönliches und sehr Privates. Etwas, mit dem man sich sicher fühlen sollte und auf das Andere keinen Einfluss haben oder sogar Druck ausüben sollten. So sehe ich es, weswegen ich „Very first Time“ zwischenzeitlich als sehr problematisch empfunden habe. Das erste Kapitel bereits zeichnet ein Bild, das auch im Verlaufe des Buches nicht genug revidiert wird. Für Keely ist ihre Jungfräulichkeit nämlich etwas Unangenehmes, ein Grund für Spott von Mitschülern. Ihre Motivation ist eben keine persönliche, sondern eine durch Gruppendruck erzeugte. Und ich fand das sehr schade. Erst gegen Ende des Buches wird die eigentliche Aussage, die das Buch treffen möchte deutlich, aber für mich war an diesem Zeitpunkt die probematische Nachricht schon zu präsent geworden.

…zu den Protagonisten:

In dieser Rezension werde ich ausnahmweise einmal nur über beide Protagonisten zusammen schreiben.

Auf der einen Seite steht die Dynamik zwischen ihnen. Die beiden sind sehr unterschiedlich, wenn es um ihre Vorlieben geht, darum, was sie mögen, wie sie ihr Leben leben. Trotzdem verstehen sie einander sehr gut, was zu wirklich vielen wunderschönen Momenten führt und eine tolle, wirklich harmonische Freundschaft erzählen lässt.

Auf der anderen Seite steht eine Gemeinsamkeit, die sie haben: Beide sind nicht ehrlich zu sich selber und zu Anderen. Sie lassen sich unter Druck setzten und stehen nicht für sich selbst ein. Ich habe mir das ganze Buch über gewünscht, dass die beiden mit ihrem Überzeugungen ehrlich sind. Beide lassen sich stark von außen beeinflussen und legen Wert darauf, wie sie nach außen wirken. In dieser Hinsicht hätte ich sie mir mutiger gewünscht. Ich hätte mir gewünscht, dass die beiden als gutes Vorbild dafür fungieren, dass man seine Grenzen ziehen darf und sich dafür nicht schämen oder rechtfertigen muss. Das die beiden so nicht erzählt wurden, ist der Hauptgrund dafür, dass ich es problematisch fand, wie das Thema behandelt wurde.

Ein weiterer Grund sind für mich die Nebencharaktere. Sie bauen den vorher genannten Druck auf, fördern das problematische Bild massiv und bekommen keinen Gegenwind dafür. Ich fand es schade, dass so der Eindruck erzeugt wurde, dass fast alle Menschen so denken und es sehr realistisch ist eine negative Reaktion und sogar Spott erfahren zu müssen, nur weil man unerfahren ist.

…zum Stil:

Die Momente zwischen Andrew und Keely sind toll erzählt und voller Romantik! Ich mochte es sehr gerne die Passagen zwischen den beiden zu lesen.

„Very first Time“ ließ sich auch sonst wirklich schön und flüssig lesen.

Heißt also:

Mich hat „Very first Time“ leider enttäuscht, was an der Behandlung der Thematik liegt. Das konnte auch das schöne Ende nicht mehr ändern.

Bewertung: 2.5 von 5.

P. S. Danke liebe Bloggerjury für das Rezensionsexemplar 🙂

Top 10 – Zitate

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.

Samuel Johnson

Gute Bücher zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie eine tolle, fesselnde Geschichte, beinhalten. Zu einem großen Teil zeichnen sie sich auch dadurch aus, wie sie diese Geschichte erzählen. Die Sprache, die ein Buch benutzt, trägt oft einen sehr wichtigen Teil dazu bei, wie gut wir uns als Leser in die Geschichte hineinversetzten können, und wie sehr wir mit den Charakteren mitfühlen, sie vestehen. Viele Autoren/Autorinnen schaffen es wunderschöne Worte zu finde und ihren Büchern durch gekonntes Erzählen das gewisse Etwas zu verleihen. In diesen gut erzählten Bücher gibt es wiederum einzelne Sätze und Passagen, die noch einmal besonders hervorstechen. Meine 10 Favouriten möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen. Dies sind 10 Buchzitate, die mir beim Lesen aus den verschiedensten Gründen im Gedächtnis geblieben sind. Weil ich sie lustig fand, weil ich sie berührend fand, weil ich fand sie haben etwas super auf den punkt gebracht, etc. Was ist eurer Lieblingszitat? Habt ihr einen Autor/eine Autorin, der/die euch durch die Art und Weise des Erzählens immer besonders überzeugt?


10. Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

9. Michael Ende – Momo

Es gibt Reichtümer, an denen man zugrunde geht, wenn man sie nicht mit anderen teilen kann.

8. Cornelia Funke – Die wilden Hühner

Liebe ist eben genauso ungerecht verteilt auf dieser Welt wie Regen. Die einen kriegen entschieden zu viel davon ab und die anderen zu wenig.

7. Anne Frank – Tagebuch

Wie schön ist es doch, dass niemand nicht einmal eine Sekunde lang warten muss, bevor er anfängt, die Welt zu verbessern!

6. Jojo Moyes – Eine Handvoll Worte

Wenn wir die Chance in der Gegenwart nicht ergreifen, werden wir in Zukunft auf unsere Vergangenheit zurückblicken und bedauern, nichts daran geändert zu haben.

5. Laura Kneidl – Someone New

Ich bin deinetwegen dankbar. Deinetwegen zweifle ich weniger an mir.

4. Emma Scott – All In. Tausend Augenblicke

Vielleicht haben wir keine Monate oder Jahre, aber wir haben Augenblicke, Tausende über Tausende von Augenblicken. Lass uns jeden davon bis zum Letzten auskosten.

3. Kerstin Gier – Silber. Das erste Buch der Träume

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.

2. J. K. Rowling – Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Aber glaubt mir, dass man Glück und Zuversicht selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden vermag. Man darf nur nicht vergessen ein Licht leuchten zu lassen.

1. Cornelia Funke – Tintenherz

Die Tintenwelt-Reihe gehört nach wie vor zu meinem absoluten Lieblings-Buchreihen. Nicht zuletzt, weil Cornelia Funke für mich die Meisterin der Sprache ist und in diesem Buch auch noch viele wunderschöne Zitate über das Lesen und Bücher im Allgemeinen stecken. Auf dem ersten Platz landet also dieses Zitat über Bücher:

Wenn du ein Buch mit auf eine Reise nimmst, passiert etwas wunderbares: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst drin gelesen hast. Schon mit den ersten Wörtern wird alles zurückkommen: die Bilder, die Gerüche, das Eis, das du beim Lesen gegessen hast… Glaub mir, Bücher sind wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten.

When we Fall

Autorin: Anne Pätzold

Verlag: LYX

Erschienen: 28.08.2020

Seitenzahl: 464

ISBN: 978-3-7363-1305-7


Warum musste es so kompliziert sein? In Büchern und Filmen wirkte alles immer viel einfacher.

Darum gehts:

Nachdem Studentin Ella im ersten Band K-Pop Star Jae-Yong kennengelernt hat, machte ein Foto der beiden zusammen, das im Internet auftauchte, alles kaputt. Dieser zweite Teil der Geschichte setzt genau dort wieder an. Ella ist eigentlich überzeugt die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als sie die Sache beendet hat, aber sie kann Jae-Yong einfach nicht vergessen. Haben die beiden vielleicht doch eine Chance?



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Direkt zu Beginn des Buches wird man toll in Ellas Gefühlswelt mit hineingenommen. Ellas Familienleben hat sich durch ihre Beziehung zu Jae-Yong sehr zum Schlechten entwickelt und Enttäuschung und Schmerz über das plötzliche Ende der Beziehung am Ende des ersten Bandes sitzen Ella ebenfalls noch in den Knochen. Mir hat es sehr gut gefallen, wie von diesem Ausgangspunkt aus die Geschichte entwickelt wird. Als Leser wird man ein paar Kapitel lang wirklich dieser entmutigten und dieser spannungsgeladenen Stimmung ausgesetzt. Die Geschichte beginnt mit dieser unbequemen Lage und macht es dadurch umso schöner, als die beiden Protagonisten endlich wieder miteinander Kontakt haben. Die Beziehung und die Freundschaft zwischen den beiden wird toll (wieder) aufgebaut und es entstehen wunderschöne Momente. Die Entwicklung der beiden ist wirklich gelungen, schafft es aber trotzdem die Probleme, die im ersten Band aufgetaucht sind, und die immer noch existieren, nicht zu kurz kommen zu lassen. Ich fand deshalb, dass dieses Buch inhaltlich eine wirklich sehr gute und sinnvolle Fortsetzung von „When we Dream“ war. Die Geschichte wird vorangebracht anstatt stehenzubleiben, was meiner Meinung nach wirklich ein wichtiges Kriterium für gute Fortsetzungen ist.

…zu den Protagonisten:

Ella fand ich auch hier wieder eine super Protagonistin. Sie ist immer noch das normale Mädchen von nebenan. Ihre Eigenschaften, wenn auch sehr generisch, bieten weiterhin viel Identifikationspotential. Die Erfahrung hat sie aber auch ins Nachdenken gebracht und gibt ihr Antrieb sich manchen Problemen wirklich zu stellen. Ich fand es toll erzählt, wie sie verschiedene Probleme, die sie hat nun konkreter und aktiver angeht. Beispiele hierfür sind unter anderem, dass sie in ihrem Studium neue Wege einschlägt und ihre beiden Schwestern mehr in ihre Gefühlswelt mit einbezieht.

Jae-Yong ist wieder ein Charakter, in den man sich einfach vergucken muss. Er ist aufmerksam und liebevoll und durch seinen Status als Promi das genaue Gegenteil von Ellas Every-Day-Girl. Dieser Kontrast funktioniert auch im zweiten Band wieder und macht die Geschichte dynamisch. Wie Ella auch, entwickelt sich Jae-Yong persönlich weiter, was bei ihm vor allem bedeutet, mehr für sich selbst einzustehen und sich nicht so sehr von seinem Management bestimmen zu lassen.

Ich habe zu diesem Buch in meinem Lesemonat schon geschrieben, dass ich es toll fand, wie die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten erzählt wird. Das wird vor allem in diesem zweiten Band deutlich. Beide entwickeln sich alleine, aber davon ausgehend auch zusammen. Ich mochte auch in diesem zweiten Band wieder sehr, wie offen die beiden miteinander geredet haben und wie realistisch die Beziehung, trotz der unrealistischen Prämisse, dargestellt war. Probleme entstehen hier nicht durch Missverständnisse oder den Unwillen miteinander zu reden. Das Drama, das es dann zwischenzeitlich doch gibt, wirkt dadurch, anders, als in vielen Büchern, nicht künstlich hergestellt, sondern in der Prämisse und den Persönlichkeiten verankert.

…zum Stil:

Meiner Meinung nach ist der Schreibstil von Anne Pätzold hier leider an manchen Stellen wirklich nicht flüssig. Ich hatte während des Lesens manchmal das Gefühl durch eigenwillige Formulierungen oder sehr ungewöhliche Satzstellungen aus dem Lesefluss herausgerissen zu werden.

Nichtsdestodrotz fand ich das Buch insgesamt sehr schön geschrieben und konnte der Geschichte und den Gefühlen wieder gut folgen.

Heißt also:

Eine wunderschöne Fortsetzung! Ella und Jae-Yong sind tolle Protagonisten, von denen ich wieder sehr gerne gelesen habe 🙂

Bewertung: 4.5 von 5.

The brightest Stars – Connected

Autorin: Anna Todd

Verlag: Heyne

Erschienen: 14.09.2020

Seitenzahl: 336

ISBN: 978-3-453-58067-1


„(…) für mich war das buchstäblich das schlimmstmögliche Szenario, und das hatte Kael gewusst. Es war ihm nur schlicht egal gewesen.“
(S. 29)

Darum gehts:

Der erste Band von Anna Todds „The brightest Stars“-Reihe, endete damit, dass Karina Kaels Lüge aufgedeckt hat. Der zweite Teil setzt nun nahtlos an den ersten an. Können die beiden wieder zusammenfinden?



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Man bekommt einen besseren Einblick in die Welt der Protagonisten und die Begegnungen zwischen den beiden sind, wie bei Anna Todd häufig, gekenzeichnet durch viel Dramatik. Es passiert jedoch an tatsächlicher Handlung wirklich wenig und die Beziehung der beiden wird dadurch eben nur minimal vorangertrieben. Ich fand das gerade im Vergleich zum ersten Band wirklich schade. Das Buch endet mit einem Cliffhanger/mit einer Wendung, die durch diesen Umstand für mich leider auch sehr künstlich gewirkt und nicht wirklich gepasst hat.

…zu den Protagonisten:

Kael ist Soldat. Und dieser zweite Band gibt einen tieferen Einblick in seine Gedankenwelt. Er leidet unter einer PTBS und tut sich schwer damit sich im normalen Alltag wieder zurechtzufinden. Mir hat das sehr gut gefallen, weil ich fand, dass sein Charakter dadurch wirklich noch einmal an Tiefe gewonnen hat und das Thema der Langzeitfolgen des Krieges, mit denen Soldaten oft zu kämpfen haben, wirklich gut behandelt wird. Dafür sorgen auch die Passagen mit seinen Soldaten-Freunden.

Karina auf der anderen Seite fand ich in manchen Passagen wirklich unsymphatisch. Zwar bekommt man durch ihre Sicht der Dinge noch einmal mehr Verständnis für sie, aber auf der anderen Seite fand ich sie einfach zu nachtragend. Es ist von vornehrein klar, wie viel sie für Kael empfindet und dennoch ist sie nicht wirklich bereit mit ihm zu reden und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Das gleiche gilt für ihre Beziehung zu ihrem Bruder.

Die Beziehung der beiden wird, wie oben schon angemerkt, meiner Meinung nach nur sehr wenig entwicklt, was ich wirklich schade fand. Ich hätte mir gewünscht, dass der Konflikt aus dem ersten Band wirklich thematisiert und besprochen wird.

…zum Stil:

Mit Anna Todds Stil habe ich leider immer ein wenig meine Probleme. In meinem Lesemonat September habe ich über die beiden Bücher von Anne Pätzold geschrieben, dass ich vor allem mochte, wie realistisch die Beziehung und das Kennenlernen der beiden Protagonisten dargestellt war. Anna Todd ist für mich in diesem Punkt immer das genaue Gegenbeispiel. In „The brightest Stars – Connected“ kommt es zwar nicht ganz so stark heraus, wie in ihrer „After“-Reihe, aber auch hier hat es mich gestört, wie wenig bereit die Protagonisten waren miteinander zu kommunizieren und wie ein Konflikt aus etwas entsteht, was sich nicht lösen/nicht ändern lässt. Als Leserin ging es mir häufig so, dass ich gerade Karina gerne einmal wachgerüttelt hätte und ihr gesagt hätte sie solle nicht so nachtragend sein.

Heißt also:

Dieses Buch hat viele wunderschöne Momente. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mich schwer damit getan habe, weil ich das Gefühl hatte es entwickelt die Themen und Beziehungen aus dem ersten Band nicht genug und nicht konsequent weiter.

Bewertung: 2.5 von 5.

P. S. Danke liebes Bloggerportal für das Rezensionsexemplar 🙂