The Secret Book Club 2 – Die Liebesroman-Mission

Autorin: Lyssa Kay Adams

Verlag: Kyss

Erschienen: 18.08.2020

Seitenzahl: 416

ISBN: 978-3-6440-0600-3


Ich werde verhindern, dass er noch mehr Frauen verletzt. Das sind die einzigen Konsequenzen, die mich interessieren.

Darum gehts:

Der zweite Teil der „Secret Book Club“-Reihe erzählte die Geschichte von Liv und Mack. Mack ist einer der Gründer des Buchclubs und fest davon überzeugt, dass Liebesromane Männern im echten Leben helfen und zu besseren Freunden/Ehemännern machen. Und so weiß er in der Theorie alles, was es zu wissen gibt. Die Schwägerin seines Freundes, Liv, sieht das jedoch ganz anders. Doch Mack bekommt eine Chance sie von sich und seinen Ansichten zu überzeugen, als er ihr dabei helfen soll ihren Boss zur Rechenschaft zu ziehen, der einige von Livs Kolleginnen sexuell belästigt hat.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich mochte bereits den ersten Teil sehr gerne und habe mich auf diese Fortsetzung gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird und der Humor sind einfach toll und so lässt sich auch die Geschichte von Liv und Mack toll lesen. Aber im Gegensatz zum ersten Band bringt dieses Buch auch noch ein wichtiges gesellschaftliches Thema mit ein. Der Buchclub selbst steht deutlich weniger im Fokus und macht der Geschichte um Livs Chef und seiner sexuellen Belästigung der Angestellten Platz. Wirklich kein einfaches Thema. Lyssa Kay Adams schreibt so, dass sehr deutlich wird, wie problematisch diese Thematik ist, wie gerissen und skrupellos die Täter und wie eingeschüchtert teilweise die Opfer sind. Es gibt genug Raum für den Ernst der Lage. Und trotzdem verliert das Buch seinen Humor und seinen Blick für die Liebesgeschichte in seinem Zentrum nicht. Macks und Livs Geschichte wird wirklich schön aufgebaut und um die Ungerechtigkeit, die sie zusammen bekämpfen wollen, herumerzählt. Mir hat das sehr gut gefallen.

…zu den Protagonisten:

Im ersten Teil war Liv mir tatsächlich sehr unsympathisch. Der Anfang dieses Buches hat daran nicht wirklich etwas geändert, sonder vielmehr den Grundstein für eine Entwicklung gelegt. Als Leser bekommt man immer mehr Einblick in Livs Gedanken, Gefühle und Motivationen. Ich muss sagen, dass sie mir in diesem zweiten Teil dann sehr schnell doch ans Herz gewachsen ist. Sie kämpft für das, was sie für richtig hält und auch, wenn sie dabei manchmal sehr naiv ist und wenig Empathie zeigt. Das hat mich manchmal massiv gestört, ist aber etwas, das sich im Verlauf des Buches zum Positiven ändert. Livs Vergangenheit spielt ebenfalls eine Rolle. Sie hat ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater und schert zu Beginn konsequent alle Männer über einen Kamm. Auch hier macht sie jedoch eine Entwicklund durch, und so entsteht ein vielschichtes Bild von einer Figur, die ich wirklich gelungen charakterisiert finde.

Braden Mack ist da für mich ähnlich. Auch er wirkt im ersten Band und am Anfang dieses zweiten Bandes sehr eindimensional. Arrogant, selbstverliebt. Schlicht: ein Macho. Dieses Macho-Gehabe ist jedoch nur das Äußere, was sehr schnell deutlich wird. Oft möchte er einfach helfen oder eine Freude machen, was dann fehlschlägt. Braden hat das Herz am richtigen Fleck, möchte endlich die wahre Liebe finden und vertritt tolle Werte. Er setzt sich für die Menschen ein, die ihm am Herzen liegen und das macht auch ihn zu einem tollen, sympathischen Charakter.

Die beiden zusammen haben immer wieder tolle Momente und ich fand es total schön zu sehen, wie Macks beharrliche Fürsorge und Freundschaft Liv langsam aber sicher aus der Reserve locken. Mack ist nicht aufdringlich oder anmaßend, lässt sich aber auch nicht einfach abwimmeln. Durch Livs Einstellung gegen Beziehungen ergibt sich so eine Dynamik, die ein schönes komplexes Bild einer Beziehung zeichnet. Nicht alles ist einfach und lässt sich durch genug Liebesroman-Weisheiten lösen, aber Probleme sind eben auch da, um angegangen und so aus dem Weg geräumt zu werden.

…zum Stil:

Lyssa Kay Adams schreibt wieder voller Humor und Leichtigkeit. Viele Konversationen zwischen den beiden Protagonisten sind so herzlich und witzig, dass es wirklich Spaß macht. Das Thema des Buches verlangt aber auch in einigen Passagen nach mehr Emotionen und Ernst, den es, wie oben bereits angemerkt, auch bekommt. Es gibt Streits, es gibt Konfrontationen.

Auch in diesem zweiten Band fand ich die Erzählperspektive wieder spannend, weil es auf der einen Seite Passagen gibt, die man ganz klar Liv oder Mack zuordnen kann und auf der anderen Seite auch Passagen, die, so habe ich es empfunden, scheinbar fröhlich zwischen den beiden hin und her springen. Ich fand diesen Wechsel sehr spannend.

Heißt also:

Mir hat der zweite Band von „The Secret Book Club“ sehr gut gefallen. Eine lustige Lektüre, die trotzdem ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufgreift und toll behandelt.

Bewertung: 4.5 von 5.

Das Gegenteil von Hasen

Autorin: Anne Freytag

Verlag: heyne>fliegt

Erschienen: 25.05.2020

Seitenzahl: 416

ISBN: 978-3-453-27280-4


Weil es manchmal reicht, etwas oft genug zu hören, damit es stimmt. Es muss nicht wirklich wahr sein. Es genügt, es zu glauben.

Darum gehts:

Julia hat ihre geheimsten Gedanken in einem Blog aufgeschrieben. Diese sind zwar manchmal alles andere als nett, aber sie waren ja auch nie für die Öffentlichkeit bestimmt. Eines Tages tritt das Worst Case-Szenario allerdings ein: Der Blog wird öffentlich gemacht. Doch wer steckt dahinter? Grund dazu hätten einige gehabt.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich bin ein wirklich großer Fan von Anne Freytags Büchern. Deswegen war ich umso mehr enttäuscht, als „Das Gegenteil von Hasen“ mich nicht annährend so fesseln konnte, wie ihre anderen Bücher es bis jetzt geschafft haben. Die Themen, die aufgegriffen werden, sind auch heute noch relevant. Es geht um Mobbing, es geht um Privatsphäre im Internet, es geht darum sich selber treu und ehrlich mit sich selbst und anderen zu sein. Für mich ist der Funke allerdings leider bis zum Ende nicht so recht übergesprungen. Die Geschichte besaß für mich zu wenig Handlung bzw. die Handlung war für mich nicht klar genug herausgearbeitet und wird durch die inneren Mononolge und Gedanken leider ein bisschen überschattet. Was ich in den anderen Büchern von Anne Freytag wirklich gerne mochte, hat mich also hier leider eher gestört. Es geht viel um die Frage, wer den Blog veröffentlicht hat und es werden schnell Figuren beschuldigt und als mögliche Drahtzieher dagestellt. Das Ende kommt dann aber doch ziemlich aprubt und hat für mich keine richtig zufriedenstellendes Ergebnis diese Frage betreffend gebracht.

…zu den Protagonisten:

Julia, Marlene und Leonard sind die Clique, um die es eigentlich geht. Die drei sind Freunde und die Konstellation ist wirklich interessant. Wie immer in Anne Freytags Büchern sind die Figuren auch hier toll und mehrdimensional ausgearbeitet, sodass man sich sehr gut mit ihnen identifizieren kann. Unterschiedlich und doch in ihrer Beliebtheit und ihrer Aufgesetztheit gleich. Auch Edgar und Momo, zwei weitere zentrale Figuren sind, auch wenn sie nicht zur In-Clique gehören richtig gut charakterisiert.

Die Nebencharaktere, die Klassenkameraden tauchen zwar sehr wenig auf, aber auch diese sind meiner Meinung nach wirklich gut erzählt. Es gibt Kapitel, die Unterhaltungen zwischen ihnen wiedergeben, sodass sie vor allem gut dafür sind, einem als Leser ein Gefühl für das Klassenklima nach der veröffentlichung des Blogs zu geben.

…zum Stil:

Anne Freytags Bücher zeichnen sich vor allem durch ihren tollen Schreibstil aus. Und dieser macht häufig den Hauptteil ihrer Bücher aus. Das ist auch in „Das Gegeteil von Hasen“ der Fall. Vergleiche und Metaphern werden gekonnte eingesetzt und drücken die Gefühle wirklich wunderschön aus. Bemerkenswert fand ich auch die Gestaltung der Kapitel. Das Buch erzählt eine Geschichte, die sich über mehrere Tage erstreckt und nutzt Uhrzeiten und Tagesangaben, um jedes Kapitel einzuordnen. Ein weiteres Stilmittel ist die Einstreuung von Protokollauszügen, Unterhaltungen zwischen den Klassenkameraden und ein paar Kapitel aus Sicht des Täters, die plötzlich in der ersten Person stehen. Man erfährt erst ganz am Ende, wer es ist und wieso er getan hat, was er getan hat, und trotzdem verleiht es dem Buch eine tolle Tiefe.

So gut die Vergleiche und die Sprache jedoch sind, so finde ich trotzdem, dass in diesem Buch oft zu dick aufgetragen wurde. Manche Gefühle und Ereignisse werden so lange beschrieben und erzählt, dass es für mich einfach zu viel war. Anne Freytags Vergleiche sind wunderschön, aber es sind so viele und werden so häufig benutzt, dass sie leider, meiner Meinung nach, auch einen großen Teil ihrer Wirkung einbüßen.

Heißt also:

„Das Gegenteil von Hasen“ ist ein lohnendes Buch, das mich allerdings trotzdem enttäuscht hat, weil mir die anderen Bücher der Autorin so viel besser gefallen haben.

Bewertung: 3.5 von 5.

Lesemonat – August

Hallo ihr Lieben,

Und so schnell vergeht schon wieder ein Monat.

Wie war euer August? Und wie war er lesetechnisch? Habt ihr viel gelesen?

Im Juli hatte ich ja ein absolutes Hoch, was Bücher angeht. Ich habe viele Bücher gelesen und viele davon sehr gut bewertet. Im August war das anders. Ich habe zwar 6 Bücher gelesen, allerdings konnte mich von denen leider keines so restlos begeistert, wie es im Juli gleich mehrere Bücher getan haben.

Also: Hier kommt mein Lesemonat August.


• Stella Tack „Kiss me Once“ und „Kiss me Twice“

Das „Kiss the Bodyguard“-Duett stand schon länger auf meiner Liste, weil ich schon so manche Buchblogger habe schwärmen hören. Und beide Bücher haben wir wirklich gut gefallen. Aber auch wenn sie wohl die Bücher sind, die mir im August am besten gefallen haben, ist der letzte Funke einfach nicht übergesprungen. Ich fand die Idee zwei Geschichten von Bodyguards zu erzählen, die sich beide in ihren jeweiligen Klienten verlieben wirklich gut, allerdings fehlte für meinen Geschmack das letzte bisschen Originaliät, das dafür gesorgt hätte, dass sie wirklich besonders werden. 4/5 Punkte.


• Anne Freytag „Das Gegenteil von Hasen“

Anne Freytag ist für mich eigentlich Synomym für sehr sprachgewandt erzählte Geschichten über das Leben und all seine Facetten. Die Bücher, die ich bis jetzt von ihr gelesen habe, haben mich wirklich überzeugt, weswegen die Vorfreude auf dieses neue Buch natürlich groß war. Und ihr Schreibstil hat mich wieder mitgerissen und einige wirklich wunderschöne zitierfähige Sätze geliefert. Aber anders, als in den anderen Büchern, die ich gelesen habe, wurden hier viele sprachliche Mittel, wie zum Beispiel vergleiche, wirklich häufig verwendet, sodass ich sie am Ende wirklich zu häufig verwendet fand, was leider echt einen Dämpfer aufgesetzt hat. Außerdem fand ich, dass dieses Buch zu wenig Handlung hergegeben hat. Es geht um einen Mobbingvorfall und ein großer Teil des Buches beschäftig sich mit den Gedanken der Figuren. Die sind zwar wirklich interessant und sehr gut geschrieben, aber für mich nicht genug um ein ganzes Buch zu tragen. Auch die Auflösung am Ende war für mich zu plötzlich und zu wenig nachvollziehbar. 3,5/5 Punkte.


• Stephenie Meyer „Biss zur Mitternachtssonne“

Ein Buch, auf das ich wirklich gespannt war. Ich bin zwar nicht der größte Twilight-Fan, aber ich finde es immer interessant eine Geschichte aus der Perspektive verschiedener Figuren zu lesen. „Biss zur Mitternachtssonne“ ist der erste Teil der Twilight-Reihe aus Edwards Sicht. Dieser Perspektivwechsel hat unglaublich viel Potenzial und einiges davon wird auch wirklich gut ausgeschöpft. So erfährt man zum Beispiel mehr über Edwards Famile, seine Gabe und generell seine Sicht auf die Dinge. Aber ein Problem, das ich schon in der Original-Reihe mit Edward als Figur hatte, tauchte auch bei diesen Perspektivwechsel wieder auf und wurde leider noch verstärkt. Edward ist jemand, der mit sich selber hadert, der sich selber als Monster sieht und unter seinem Dasein leidet. Das macht das ganze Buch aus seiner Perspektive streckenweise wahnsinnig langahtmig und eher deprimierend. Aber es ist nicht nur diese Einstellung Edwards, die bei mir zu diesem Gefühl geführt hat. Die Geschichte kennt man als ja eigentlich Leser bereits, und trotzdem hat dieses Buch 1500 Seiten. Man kennt den Plot und hat trotzdem die gesamte Geschichte. Für mich war das einfach viel zu lang, sodass ich am Ende sagen kann: Ich fand es interessant die Geschichte noch einmal aus seiner Perspektive zu lesen, und es hat mir wirklich gut gefallen mehr über Edwards Gabe, seine Vergangenheit und seine Famile zu lesen. Generell hat mich „Biss zur Mitternachtssonne“ aber leider eher enttäuscht. 3/5 Punkte.


• Simone Veenstra „Unverblümt im Sommerwind“

Die Prämisse fand ich echt interessant: Eine Frau, die nicht lügen kann und nach Amrum zieht, um genau das zu lernen. Auch die Charaktere fand ich wirklich gut. Die Protagonistin ist sympathish und auch die Nebencharaktere sind alle auf ihre Art so originell und anders, dass sich eine tolle Gruppe ergibt. Und trotzdem fehlte der Geschichte für mich leider das gewisse etwas. Ich hatte einfach das Gefühl, dass die Prämisse das Buch nicht genug trägt, sodass ich es teilweise wirklich ein bisschen langweilig fand. 3,5/5 Punkte


• Jamie Shaw „Rock my Heart“

Noch so ein Buch, das viel Potenzial hat, dem aber für mich leider das letzte etwas gefehlt hat. Ich mag Rockstar-Geschichten eigentlich super gerne und auch in diesem Buch gefiehl mir das wieder sehr gut. Es gibt viele romantische Momente zwischen den beiden Protagonisten, aber letzenendes ist die Geschichte mir ein bisschen zu obrflächlich geblieben. Es sei noch erwähnt, dass Rowan und Adam auf jeden Fall Chemie haben durch ihre Unterschiedlichkeit ein wirklich tolles Paar sind, dem ich gerne gefolgt bin.


Unverblümt im Sommerwind

Autorin: Simone Veenstra

Verlag: Heyne

Erschienen: 9.3.2020

Seitenzahl: 496

ISBN: 978-3-6412-4831-4


Und ihre Meinung war irgendwie immer die falsche. Was daran lag, dass Judith eine offenbar wichtige Fähigkeit abging. Die Fähigkeit zu lügen.“ (S. 18)

Darum gehts:

Judith kann nicht lügen. Nicht mal kleine Notlügen sind drin. Nachdem sie deshalb zum wiederholten Male ihren Job und sogar ihre Wohnung verliert, beschließt sie, diese Tatsache zu ändern. Auf Amrum bei ihrem Onkel will sie Lügen lernen. Ein altes Tagebuch, ein Hund namens Hund und einige Menschen, die genauso anders sind, wie sie selbst, helfen ihr dabei.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

„Unverblümt im Sommerwind“ ist eine süße Geschichte mit einer wirklich tollen Botschaft: Anders sein ist doch etwas Schönes. Die Entwicklung, die dieses Buch erzählt, das Setting der Inseln, und die Nebencharaktere (unter anderem) machen es zu einer wirklich tollen Sommerlektüre.

Vor allem die Thematik fand ich spannend. Während des Lesens wird immer wieder die Frage aufgeworfen, wie viel wir eigentlich lügen. Wie viel lügen ist normal und gibt es sogar Situationen, in denen es notwendig ist zu lügen? Es war wirklich interessant Judith auf diesem Weg zu folgen und dabei immer wieder selber ins Nachdenken zu geraten.

Kleinere Kritikpunkte habe ich allerdings auch. Für mich hat sich dieses Buch teilweise in die Länge gezogen und war zwischenzeitlich ein bisschen langatmig. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was ich wirklich toll gewählt und prinzipiell auch gut umgesetzt fand, allerdings muss ich sagen, dass es manchmal hierdurch ein bisschen unübersichtlich war und es schwierig wurde der Geschichte zu folgen.

…zu den Protagonisten:

Judith ist eine wirklich tolle Figur. Sie eckt immer wieder an, wird immer wieder aus der Bahn geworfen und ist letzendlich wirklich am Ende. Doch davon lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie nimmt ihr Schicksal selber in die Hand und will etwas dagegen tun. Ich fand sie sehr sympathisch und bin ihr gerne gefolgt. Die Entwicklung, die das Buch erzählt, ist hauptsächlich ihre, und ich fand es total toll zu lesen, wie sie langsam aber sicher mit sich selber ins Reine kommt und ihre Andersartigkeit zu lieben lernt.

Teda ist ebenfalls so eine Figur, der man gerne folgt und die sehr nahbar ist. Sie hat einen Traum und ist sehr ehrgeizig, wenn es darum geht, diesen wahrzumachen. Trotz der schweren Zeit (Anfang der 1900er), in der sie lebt, lässt sie sich nicht unterkriegen und gibt so eine tolle starke Frauenfigur ab.

Bei diesem Buch möchte ich auch noch einmal die Nebencharaktere erwähnen. Ohne zuviel vorwegzunehmen, sei hier gesagt, dass diese alle auf ihre eigene Art und Weise originell und anders sind, sodass sich eine Gruppe ergibt, in der sich witzige, interessante Dynamiken ergeben.

…zum Stil:

Ich fand die Arbeit mit den Zeitebenen wirklich gut gewählt. Tedas und Judiths Geschichte fügen sich toll zusammen und Simone Veestra erzählt alles in einem Stil, der einen gut mit hineinnimmt und, bis auf einige Passagen, wirklich kurzweilig und schön zu lesen ist.


Heißt also:

„Unverblümt im Sommerwind“ ist eine schöne Sommerlektüre für Zwischendurch mit interessanter Thematik.

Bewertung: 3.5 von 5.


P. S. Danke an den Heyne Verlag und das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House für das Leseexemplar 🙂

Top 10 – Bücher mit sensibler Thematik

Es gibt viele Themen, die nicht einfach, nicht gemütlich sind. Und ebenso schwierig ist es, diese Themen in einem Buch gut umzusetzen. Themen wie sexuelle/häusliche Gewalt, Depression, Kinderlosigkeit, Traumata, Krankheiten etc. sind komplex, sensibel und oft sehr von eigenen Erfahrungen geprägt. Meiner Meinung nach gibt es jedoch einige Bücher, und einige Autoren insbesondere, die es schaffen genau diese Geschichten zu erzählen. Häufig finde ich solche Bücher besonders schön, weil die meisten es schaffen einen mit auf die Reise zu nehmen und das Gefühl der Hoffnung zu schaffen. Es ist wunderschön zu sehen, wie ein Charakter, der an einer wirklich schlimmen Stelle in seinem Leben ist/war langsam aber sicher wieder Gutes erfährt.


10 – Emma Scott „Never Doubt“

Meine letzte Rezension auf diesem Blog war zu genau diesem starken, facettenreichen Buch. Emma Sott thematisiert hier gleich zwei Formen von Gewalt: Sexuelle und häusliche. Beide Protaginisten haben ihre Erfahrungen damit gemacht und das Buch schafft es wirklich toll zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind, und in wie vielen Aspekten sie sich doch ähneln. Emma Scott schafft es wirklich toll das Dilema zu verdeutlichen, in dem Opfer häufig stecken, indem sie Isaacs Liebe für seinen Vater und Willows Bedürfnis weiterzumachen klar erzählt und doch immer wieder aufzeigt, wie traumatisch und schmerzhaft die Erfahrung trotzdem ist/war.




9. Vanessa Schöche „Broken Hope“

Auch wenn das Ende mir wirklich ein bisschen zu happy war, schafft es dieses Buch unglaublich gut den Umgang mit Trauer zu thematisieren und zu erzählen. Die Entwicklung, die geschildert wird, fand ich sehr gut nachvollziehbar und realistisch. Zu Beginn ist es wirklich, als ob Hope sich verschlossen hat und in ihrer Trauer versinkt. Es folgt ein Auf und Ab. Situationen, in denen es ihr wirklich gut geht, Situationen, in denen sie große Rückschritte macht, Situationen, in denen sie Schuldgefühle hat, weil sie weiterlebt und Sam nicht. Insgesamt schildert dieses Buch sehr einfühlsam diese Reise und die verschiedenen Phasen.



8. Emma Scott „All In“

Jonah aus Emma Scotts „All In“-Dilogie hat seit eines Urlaubes, in dem er sich einen Virus eingefangen hat, ein Spenderherz. Und dieses wird langsam aber sicher abgestoßen und das Ende ist schon absehbar. In wenigen Büchern wird so gut eingefangen, was es bedeutet mit einer solchen Diagnose zu leben. Selbst junge, kerngesunde Menschen können von jetzt auf gleich eine solche Krankheit bekommen. Das Unverständnis, die Sinnlosigkeit und die Verzweiflung, aber auch die Hilflosigkeit, die mit diesen Fällen einhergeht, werden erzählt. Und doch gibt das Buch Raum für positive Gefühle. Für Hoffnung, für Weiterentwicklung, für Trauerverarbeitung. Es nimmt sich Zeit mit der Trauer und dem Unverständnis umzugehen und entlässt den Leser am Ende doch mit einem guten Gefühl.


7. Val Emmich „Dear Evan Hansen“

Evan Hansen spinnt ein Netzt aus Lügen, baut es immer weiter aus, verstrick sich darin. Und zu Beginn versteht man als Leser nicht, wieso er es nicht schafft die Wahrheit zu sagen. Doch nachdem das Ende die Sitaution in ein anderes Licht rückt wird plötzlich deutlich: Evan ist depressiv. Und diese Depression hat ihn so sehr gefangen genommen und beeinflusst, dass er keine andere Möglichkeit gesehen hat Anerkennung zu finden. Keine schöne, aber eine sehr echte Geschichte, die zeigt, wie sehr psychische Probleme Menschen einnehmen und ihre Sicht auf die Welt beeinflussen/beeinträchtigen können. Evans Gedanken und das gefühl des Alleinseins werden erzählt und doch zeigt dieses Buch, dass man am Ende eben doch nie allein mit einer solchen Krankheit ist.


6. Wolfgang Herrndorf „Tschick“

Ich glaube jeder Mensch hat gewisse Vorurteile. Es ist sehr schwierig keine zu haben. Und auch wenn wir sie nicht bewusst haben und anwenden, ist es etwas, das wir im Hinterkopf behalten und an dem wir aktiv arbeiten müssen. Wolfgang Herrndorf schafft es in seinem Buch „Tschick“ genau diese Aussage zu treffen. Durch die Augen eines Teenagers und einen Roadtrip der anders läuft, als erwartet, hält er uns den Spiegel vor und erzählt eine herzliche und liebevoll geschriebene Geschichte darüber, was es heißt Vorurteile zu haben und zu wiederlegen. Eine Geschichte über Freundschaft unter ungewöhlichen Umständen.


5. Elton John „Ich“

Vermutlich hätten wenige auf dieser Liste eine Biopgraphie erwartet. Und doch verdient Elton Johns „Ich“ definitv einen Platz. Anders als bei den anderen Bücher auf dieser Liste wird die Thematik hier nicht in eine fiktive Geschichte verpackt. Denn Elton Johns Rockstarleben war real. Und sein Drogenkonsum, sein Exzess und alles, was sonst noch dazu gehört hat, haben ihn an einen Punkt gebracht, an dem er in Lebensgefahr schwebte. Aber Elton John hat sich zurückgekämpft. Die eigene Reflektion seines Lebens, die er nicht beschönigt oder zensiert, gibt einen unglaublich tollen Eindruck in die Gefahren dieser Welt und zeigt doch, dass man durch die richtige Unterstützung, durch Liebe und eisernen Willen aus vielen scheinbar aussichtslosen Lagen wieder herauskommt.


4. Anna Woltz „Gips“

Schwere Themen und Sorgen beschäftigen nicht nur Erwachsene. Und es gibt viele Kinder-/Teeniebücher, die diese Themen zugänglich machen. Seit ich in einem Uniseminar „Gips“ gelesen habe, denke ich, dass dieses hier eines der besten davon ist. Die Trennung der Eltern ist eine Horrorvorstellung für viele Kinder. Die Realität ist jedoch leider, dass viele Ehen wieder geschieden werden. „Gips“ erzählt eine solche Geschichte. Herzlich, Sensibel, Wunderschön und trotzdem sehr realistisch.


3. John Green „Margos Spuren“

Dazugehören. Das Gefühl haben da zu sein, wo man hingehört. Das wünscht sich denke ich jeder. Und gerade für Jugendliche ist das oft schwierig. Denn man muss nicht nur seinen Platz finden, sondern eben auch sich selbst. Und das kann wirklich schmerzhaft und sensibel sein. In seiner unvergleichlichen, wortgewandten Art, erzählt John Green hier die Geschichte von Quentin. Eine Geschichte darüber sich selbst zu finden, eine Geschichte darüber, dass Menschen nicht immer so sind, wie sie wirken, und noch viel mehr.


2. Colleen Hoover „Was Perfekt War“

Kinder gehören doch zu jeder Familie oder? Jeder will doch Kinder oder? Nein. Viele Paare entscheiden sich ganz bewusst gegen Kinder. Und noch mehr Paare möchten Kinder, können aber keine bekommen. Quinn und Graham gehören zur letzteren Kategorie. „Was perfekt war“ erzählt vom Aufwand, vom Schmerz, von der Enttäuschung, die viele Paare in so einer Situation erleben. Der unerfüllte Kinderwunsch steht hier zwischen den Beiden und nimmt die Beziehung richtig mit. Colleen Hoover schafft es trotz dieser schweren Thematik ein Buch zu schreiben, das Mut macht. Ein Buch mit der Botschaft, das Liebe die stärkste Kraft ist, die es gibt. Auch das Ende passt unglaublich gut und macht dieses Buch zu einem facettenreichen, romantischen und unbedingt lohnenswerten Leseerlebnis.



1. Colleen Hoover „Nur noch ein einziges Mal“

Für mich ist Colleen Hoover die Meisterin dieser Art von Büchern. Ich finde, es gibt wenige Autoren, die es so gut schaffen ein komplexes, schmerzhaftes Thema in so vielen Nuancen zu beleuchten. Colleen Hoover schafft es immer wieder trotz des Schmerzes und Leides, das erzählt wird, ihren ganz eigenen, humorvollen, romantischen Stil nicht zu verlieren.

„Nur noch ein einziges Mal“ muss den ersten Platz auf dieser Liste bekommen, weil wenige Bücher mich so viele Emotionen haben fühlen lassen. Die Thematik ist nicht einfach, denn es geht um häusliche Gewalt. Colleen Hoover schafft es die schreckliche Realität davon zu erzählen, den Leser den Schock und die Angst empfinden zu lassen. Und doch gestaltet sie ihre Figuren zutiefst menschlich. Ohne zu entschuldigen, was passiert, zeigt sie doch, dass die Liebe nicht einfach aufhört, dass Menschen trotz dieser schreklichen Erfahrungen lieben und geliebt werden und, dass die Liebe allein eben manchmal nicht ausreicht. Auch dieses ist eines jener Bücher, die einen ganz tief in die schreklichen Emotionen führen und einen doch am Ende mit Hoffnung entlasse, und so eben doch zutiefst lebensbejahend sind.

Never Doubt

Autorin: Emma Scott

Verlag: LYX

Erschienen: 28.7.2020

Seitenzahl: 496

ISBN: 978-3-7363-1280-7


Wir sahen uns durch die Figuren an, und ich wusste, sie hörte meine ungesagten Worte.

Darum gehts:

Als Willow in die kleine Stadt Harmony zieht, ist sie fest entschlossen endlich mit ihrer Vergangenheit abzuschließen und zu heilen. Also spricht sie für die Rolle der Ophelia in der „Hamlet“-Produktion des kleinen örtlichen Theaters vor. Sie bekommt die Rolle und spielt neben Isaac Pearce als Hamlet. Auch Isaac benutzt das Theater um sich auzudrücken. Und so kommen sich die beiden mit jeder Konfrontation auf der Bühne näher. Schnell wird klar, dass Willow ihre eigenen Worte finden muss, wenn sie wirklich wieder glücklich sein will.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Die #metoo-Bewegung war für mich ein wirklich guter und wichtiger Schritt. Opfer von sexueller Gewalt leiden oft unter Traumata und viele von ihnen haben nicht den Mut ihre Geschichte zu erzählen. Häufig Sorgen auch die strukturellen Gegebenheiten dafür, dass die Opfer sich nicht in der Lage fühlen über das Geschehene zu sprechen. Die #metoo-Bewegung hat eben diese Tatsachen sehr deutlich gemacht und den Opfern eine Stimme gegeben. Das tut auch Emma Scott mit diesem Buch. Es ist voller Hoffnung und zeigt eine Protagonistin, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und aktiv den Heilungsprozess gestaltet. Und trotzdem zeigt das Buch sehr deutlich die Schwiergkeiten mit der Thematik auf. Es wird deutlich wie schwer es ist mit solchen Traumata umzugehen und wie schwer es auch häufig ist die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Rahmenhandlung des Theaters fand ich wunderschön gewählt. Die Geschichte von Hamlet passt toll zur Geschichte von Willow und Isaac und aus so vielen Zeilen und Kapiteln strömt die Liebe zum Theater und zur Kunst im Allgemeinen. Dieses Buch lässt einen deutlich erkennen wie viel Kunst bedeutet und welche Macht es haben kann sich durch ebendiese auszudrücken.

…zu den Protagonisten:

Willow ist eine nuancierte und toll charakterisierte Figur. Ich mochte es sehr gerne, dass sie eben nicht einfach die Opferrolle eingenommen und sich in ihr Trauma ergeben hat. Und doch fühlt man als Leser sehr mit ihr mit in den Momenten, in denen es eben nicht einfach ist und in denen die Panik und der Schmerz sie wieder einholen. Ich fand es sehr gelungen, wie ihre Entwicklung geschildert wird und fand sie wirklich sympathisch.

Isaac ist ein klassicher New-Adult-Protagonist. Harte Schale, weicher Kern. Ich fand gerade aus diesem Grund die Ebene, die das Theaterstück aufmacht sehr schön, denn dadurch hat man den Kontrast zwischen dem Isaac auf der Bühne und dem außerhalb. Von Anfang an wird er so auch als jemand gezeigt, der seine Emotionen ausdrückt und durchaus sensibel ist. Er ist von Anfang an eben nicht nur der typische Bad Boy, den viele in ihm sehen.

…zum Stil:

Kitschig, Dramatisch – hochemotional. So kennen wir es aus vielen NA-Büchern und so schreibt auch Emma Scott. Ich liebe solche kitschig-schönen Bücher und so mochte ich auch ihren Stil. Große Worte und viel Mitfühl-Potenzial.


Heißt also:

Ich fand dieses Buch wunderschön! Tolle Thematiken, Tolle Protagonisten und viel Emotion.

Bewertung: 5 von 5.

Broken Hope

Autorin: Vanessa Schöche

Verlag: Vajona

Erschienen: 7.4.2020

Seitenzahl: 536

ISBN: 978-3-9819888-8-8


Dass Liam in mein Leben getreten ist, hat eine Bedeutung und sie ist zweifellos größer, als wir sie uns beide vorstellen können.

Darum gehts:

Hope hatte Alles. Einen tollen Verlobten, Ein zu Hause, das wirklich so eines ist, und um das Glück perfekt zu machen, wird sie dann auch noch schwanger. Sie freut sich auf ein tolles Leben, doch dann schlägt das Schicksal zu. Sie versinkt immer mehr in ihrer Trauer… Bis sie Liam trifft.


Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich habe in letzter Zeit viele Geschichten gelesen, die mit einer Tragödie, oder einem schweren Schicksalsschlag beginnen. Ich finde es so oft bewegend und wunderschön zu lesen, wie die verschiedenen Figuren aus dieser Phase wieder herauskommen und genieße das Gefühl der Hoffnung und der Erleichterung, das sich jedes mal einstellt, wenn die Protagonisten wieder Glück finden. Dieses Buch bildet keine Ausnahme. Vanessa Schöche erzählt diese Geschichte der Hoffnung. Die Protagonistin heißt Hope („Hoffnung“) und so ist diese Thematik auch direkt zu Beginn angelegt. Der Beginn ist so kitschig perfekt und romantisch, dass man als Leser direkt versteht, warum Hope am Boden zerstört ist, als sie dieses Leben verliert. Der Schmerz wird, wie die Freude, wahnsinnig gut eingefangen und man leidet wirklich mit der Protagonistin mit. Dieses Leiden zieht sich eine ganze Weile und doch blüht sehr schnell die Hoffnung wieder auf. Man wünscht als Leser sich richtig, dass diese Hoffnung wächst und zu einem Happy End führt. Das kommt natürlich auch, war dann für meinen Geschmack jedoch ein bisschen zu happy. Für mich hätte das Buch am Ende ruhig klar die Weichen für ein volles Happy End stellen, es aber noch zu Teilen offen lassen können.

…zu den Protagonisten:

Hope ist eine Figur, mit der man sich toll identifizieren kann. Sie träumt von der Zukunft, ist ein Familienmensch, eine tolle Freundin und ein rundum sympathischer Charakter. Ich fand es spannend, wie sie sich nach den schrecklichen Ereignissen verändert. Wo sie vorher fröhlich und aufgeschlossen war, ist sie jetzt ruhig und in sich gekehrt. Dadurch das die Geschichte zu einem großen Teil aus ihrer Sicht erzählt wird, wird der Leser in diese Gedankenwelt mit hineingenommen und wünscht ihr einfach nur sich wieder öffnen zu können.

Liam hat mich vor allem begeistert, weil er eine sehr aufmerksame Figur ist. Er merkt sofort, dass etwas los ist, und will Hope direkt näher kennenlernen. Ein charismatischer, charmanter Kerl. Er ist durch und durch ein Gentelman, sodass das Buch von romantischen Gesten und Momenten voll ist.

Die beiden bilden eine tolle Kombi und die Entwicklung von Fremden über Freunde hin zu mehr ist einfach wunderschön erzählt.

…zum Stil:

Vanessa Schöche schafft es, wie oben schon geschrieben, eine wunderschöne Geschichte zu erzählen und die Entwicklungen und Gefühle toll einzufangen. Zwar werden manche Formulierungen meines Geschmacks nach zu häufig benutzt, aber das hat für mich den Lesefluss nicht gestört.


Heißt also:

„Broken Hope“ hat mich mitgerissen und zutiefst bewegt. Ein tolles Buch, das ich unbedingt empfehle!

Bewertung: 5 von 5.

Royal Blue

Autorin: Casey McQuiston

Verlag: Knaur

Erschienen: 1.4.2020

Seitenzahl: 464

ISBN: 978-3-426-52615-6


Alex (…) wollte immer jemand sein, der wirklich etwas bewirkt und der Welt etwas hinterlässt. Henry ist ohne Zweifel so jemand. Es ist ein bisschen berauschend. Aber es ist okay.

Darum gehts:

Alex ist der Sohn der Präsidetin der USA. Henry ist Prinz von Großbrittanien. Die beiden könnnen sich nicht leiden, aber als ein Streit zwischen den beiden eskaliert, werden sie von ihren Familien angehalten öffentlich ihre Versöhnung zu inszenieren, um den Schaden gering zu halten. Plötzlich müssen sie viel Zeit miteinander verbingen und es wird deutlich, dass vielleicht doch andere Gefühle im Spiel sind.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Dieses Buch ist schnell zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Es gibt wenige LGBTQ-Liebesgeschichten und noch weniger davon sind wirklich gut. Casey McQuiston schreibt hier jedoch eine so herzliche, romantische und wunderschöne Geschichte, dass man dieses Buch einfach lieben muss. Was mir vor allem gefallen hat ist, dass die Tatsache, dass es eine Geschichte zwischen zwei Männern ist, nicht der alleinige Fokus ist. Klar ist es auch ein Thema, weil die traurige Wahrheit einfach ist, das Paare aus dem LQBTQ-Spektrum auch heute noch häufig mit Vorurteilen und Anfeindungen umgehen müssen, aber es geht um so viel mehr. Die Politik spielt eine wichtige Rolle und das Hauptproblem ist eben nicht die Sexualität der beiden, sondern vielmehr was diese in ihrer jeweiligen Position bedeutet. Man bekommt einen tollen Blick hinter die Kulissen des weißen Hauses und des Palastes. Auch wenn dieser vermutlich nicht besonders realistisch ist, ist es spannend über die PR-Besprechungen, die politischen Verwicklungen und Zusammenhänge und die Implikationen derer zu lesen. Die Beziehung zwischen Alex und Henry ist zwar die Hauptstoryline, aber das Buch gibt trotzdem sehr vielen lustigen, spannenden und schönen Nebenplots Raum. Für mich wurde es dadurch endgültig zu einem Highlight.

…zu den Protagonisten:

Beide Jungs sind mir wirklich ans Herz gewachsen! Zwar sind sie charakterlich sehr unterschiedlich, und doch merkt man sofort, warum die beiden so gut funktionieren und erkennt direkt welche Eigenschaften die beiden verbinden. Es gibt so viele wunderschöne Momente zwischen den beiden und ich habe wirklich gerne mitverfolgt, die die beiden sich immer mehr ineinander verlieben. Auch ihre Dynamik im Umgang mit der Öffentlichkeit, den Problemen, die daraus resultieren, aber auch mit ihren Familen ist toll zu lesen.

Alex ist direkt, weiß genau, dass er, wie seine Mutter, auch einmal in die Politik möchte und ist ein Mensch, der die meisten Sachen sehr entspannt angeht. Obwohl er sehr intellligent ist und die Dinge meistens gut überdenkt, hat er manchen Sachen einfach noch nie in Frage gestellt. So zum Beispiel seine Sexualität. Ich fand es spannend seine Gedanken und seine Entwicklung mitzuverfolgen.

Henry ist da anders. Er weiß zwar ziemlich genau, wer er ist, kommt aber aus einer Familie, die ihm mehr als deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er als Prinz bestimmte Regeln einzuhalten hat und manche Meinungen einfach nicht zu sagen hat. Das führt dazu, dass er eine perfekte, eintönige Fassade aufgebaut hat, und es ist total toll, wie man als Leser zusammen mit Alex immer mehr von ihm erfährt und immer weiter hinter seine Fassade gucken kann.

…zum Stil:

Das Buch ist in der dritten Person und im Präsenz geschrieben. Eine Kombination, an die ich erstmal gewöhnen musste, die mir dann aber sehr gut gefallen hat. McQuiston schafft es toll das Gefühl der ersten großen Liebe einzufangen und den Leser trotz der ungewöhnlichen Erzählperspektive von vorne bis Hinten mitzureißen.


Heißt also:

Dieses Buch ist herzlich. Es ist spannend. Es ist romantisch. Und dieses Buch hat mich komplett begeistert!

Bewertung: 5 von 5.

Lesemonat – Juli

Hallo Ihr Lieben,

Ich hoffe ihr seid gut in den August gestartet!

Die erste Woche ist auch schon wieder um, also kommt hier mein Lesemonat Juli.

Ich hatte im Juli viel Zeit und richtig Lust zu lesen, sodass ich auf ganze neun Bücher komme.

Wie viele habt ihr gelesen? Welches war euer Highlight?


• Brittainy C. Cherry „Wie die Ruhe vor dem Sturm“

Dieses Buch war mein Monatshighlight. Ich habe die Geschichte von Eleanor und Grayson wahnsinnig gerne gelesen. Zwei wirklich tolle Protagonisten, eine interessante Prämisse und Brittainy C. Cherrys kitschig emotionaler und doch einfach wunderschöner Schreibstil. 5/5 Punkte.


• Emma Scott „Never Doubt“

Ich liebe Theater. Und dieses Buch macht es zu einem ganz zentralen Aspekt. Denn sowohl Willow, alsauch Isaac haben eine Menge durchgemacht und sehen das Theater als einen Weg den Schmerz auszudrücken und ihn zu verarbeiten. Das Buch macht diese schwierigen Themen zum zweiten zentralen Aspekt und Emma Scott schafft es durch ihren Schreibstil eine wunderschöne, emotionale Geschichte zu erzählen, die einen so schnell nicht loslässt. Deswegen müssen auch hier 5/5 Punkten her 🙂


• Vanessa Schöche „Broken Hope

Wie „Never Doubt“ erzählt auch „Broken Hope“ eine Geschichte darüber, wie ein schwerer Schicksalsschlag verarbeit wird. Die Geschichte ist voller Hoffnung und die Autorin findet tolle Worte um die Gefühle einzufangen und den Leser mit hineinzunehmen. Mein drittes 5 Punkte-Buch diesen Monat.


• Casey McQuiston „Royal Blue“

Vielleicht bin ich ein wenig zu begeisterungsfähig, wenn es um Bücher geht, aber auch „Royal Blue“ möchte ich gerne 5 Punkte geben. Es gibt generell noch wenige LGBTQ+-Liebesgeschichten, und noch weniger, die wirklich gut sind. Und doch schafft es die Geschichte von Alex und Henry genau das zu sein. Das liegt vor allem daran, wie sich die Beziehung zwischen den Beiden aufbaut. Es gibt wunderschöne, romantische Momente und trotzdem ist weder die Beziehung, noch die Tatsache, das sie zwischen zwei Männern ist zu sehr im Fokus. Klar es geht um die beiden, aber das Setting des weißen Hauses, des Palastes und generell der Politik bietet einen tollen Rahmen und Raum für viele kreative, lustige, spannende Nebenplots.


• Kelly Oram „V is for Virgin“

Die Thematik ist spannend, die Umsetzung hat leider ein paar Schwächen. Valerie wird verlassen, weil sie vor der Ehe keinen Sex haben möchte und startet daraufhin eine ganze Kampagne. Rockstar Kyle ist fest entschlossen Virgin Val umzustimmen. Eigentlich ist Valerie eine coole Figur, aber letzenendes fand ich dann leider, dass das Buch zu sehr auf einen Standpunkt dränkt und ganz klar in eine Richtung zeigt. Zwar nicht explizit, aber dennoch deutlich genug. Nichts desto trotz hat mir „V is for Virgin“ gut gefallen und ich habe mich auf den zweiten Teil gefreut. 3,5/5 Punkte.


• Kelly Oram „A is for Abstinence“

Der zweite Teil der Kellywood-Dilogie hat mir deutlich besser gefallen, als der erste. Kyle wirkte im ersten Teil irgendwie sexbesessen und sehr oberflächlich und bekommt hier eine Chance anders zu sein. Die Charaktere sind erwachsener geworden, wodurch man sich von der Kampagne ein wenig lösen kann und beide offener dafür sind aufeinander zu hören. Es wird besser kommuniziert und reflektiert, sodass ich es sehr viel realistischer und passender fand. 4/5 Punkte.


• Marie Lu „Legend – Fallender Himmel“

Ich habe schon eine Weile keine Dystopie mehr gelesen und wollte es mit dem ersten Band der „Legend“-Reihe dann mal wieder probieren. Ich fand die Geschichte wirklich toll und gerade gegen Ende auch wirklich spannend! Allerdings muss ich sagen, dass ich den Anfang einfach zu lang fand. Beide Hauptcharaktere werden zunächst alleine vorgestellt und erzählt. Spannend wird es allerdings erst wirklich, als die beiden sich über den Weg laufen. Ein paar Passagen ergaben für mich nicht so richtig Sinn, sodass ich insgesamt 2 Punkte abziehe und 3/5 vergebe.


• Tami Fisher „Sinking Ships“

Mir hat der zweite Teil der „Fletcher University“-Reihe deutlich besser gefallen, als der erste. Eine süße Liebesgeschichte für zwischendurch, allerdings sticht sie nicht durch irgendentwas besonders hervor. 3/5 Punkte.


• Kristen Callihan „Game On-Mein Herz will dich“

Das einzige Buch diesen Monat, das mich wirklich enttäuscht hat. Zwar war viel Potenzial da, aber im Endeffekt war es einfach zu oberflächlich für meinen Geschmack. Beide Charaktere hatten ihre Momente, sowohl alleine, alsauch zusammen, aber im Großen und Ganzen war dieses Buch leider nicht wirklich was für mich.



A is for Abstinence

Autorin: Kelly Oram

Verlag: One

Erschienen: 28.7.2020

Seitenzahl: 336

ISBN: 978-3-8466-0099-3


„Aber das hier ist kein Lebewohl. Diesmal werde ich dich nicht einfach so gehen lassen.“ „Kyle…“ „Nein. Diesen Fehler habe ich einmal gemacht. Ich werde ihn nicht wiederholen.“ (S. 97+98)

Darum gehts:

Im ersten Band von Kelly Orams Kellywood-Dilogie stand Valerie im Fokus. In diesem zweiten Band ist es nun Kyle, aus dessen Sicht erzählt wird. Er ist erwachsener geworden und ist nun endlich bereit wirklich für Valerie zu kämpfen und sich auf eine echte Beziehung einzulassen.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich fand es echt toll im zweiten Teil einen anderen Blick auf die Geschichte zu bekommen. Die Geschichte setzt nach einem Zeitsprung von vier Jahren wieder ein, was ich wirklich sinnvoll gewählt fand. Dieser Zeitsprung ermöglicht es nämlich in gewisser Weise sowohls Kyle, als auch Val, noch einmal neu kennenzulernen und gleichzeitig die V is for Virgin-Kampagne aus dem ersten Band in den Hintergrund rücken zu lassen. Das führt dazu, dass eine ganz neue, tolle Liebesgeschichte enstehen kann, die zwar vom ersten Band stark geprägt, aber eben keine einfache Weiterführung ist. Das Ende hat mich jedoch enttäuscht. Für mich war es einfach zu abrupt und fühlte sich im Zusammenhang mit der vorherigen Geschichte zu wenig vorbereitet an.

…zu den Protagonisten:

Valerie ist, wie im ersten Band, eine tolle Protagonistin. Der Zeitsprung zeigt, dass sie nicht nur die temporäre Aufmerksamkeit, die sie im ersten Band durch die Kampagne bekommen hat, gut zu nutzen weiß. Sie ist eine Powerfrau, weiß nach wie vor, was sie will, und hat es in der kurzen Zeit wirklich zu etwas gebracht. Gleichzeitig ist sie der Peson im ersten Band zu 100 % treu geblieben, was ich wirklich gut und auch notwendig fand. Die Überzeugung hat sich nicht geändert, und doch geht sie durch das Leben und den zeitlichen Abstand noch einmal anders auf Kyle zu und anders mit der ganzen Thematik der Enthaltsamkeit um.

Ich fand dieses Buch vor allem wegen Kyle toll. Wir bekommen die Geschichte aus seiner Sicht erzählt und so einen Einblick in das, was ihn wirklich ausmacht. Er ist nach wie vor der Rockstar, der sehr überzeugt von sich ist und auch er hat seine Position in der Zwischenzeit nicht komplett geändert. Allerdings hat auch er sich toll entwickelt und so nimmt man ihm sein Interesse an Valerie wirklich ab und kann seine Position super verstehen. Er wirkt zwar, durch die Thematik und seine Position dazu, immer noch ein wenig sexbesessen, aber er bekommt Gelegenheit mehr zu sein. Zum Beispiel, wenn er für seine beste Freundin da ist und wirklich Tiefgang beweist. Er bekommt die Chance sich tatsächlich zu erklären, sodass dieses oberflächliche nicht das Bild ist, das am Ende von ihm bleibt.

Lobend erwähnen muss ich hier auch noch einmal die Beziehung der beiden und wie sie dargestellt wird. Die beiden reden miteinander, sind ehrlich, respektvoll und hören sich zu. In vielen Situationen hat man so wirklich das Gefühl, dass Beide reifer geworden sind und wirklich gut zusammenpassen. Auch die kleinen, liebevollen Sticheleien haben nicht aufgehört und ergänzen diese ernsthaftere Seite toll. Zudem tauchen auch einige Nebencharaktere wieder auf und neu auf, die die Beziehung vorantreiben und spannend machen.

…zum Stil:

Wie beim ersten Band und bei der „Cinder und Ella“-Dilogie, lässt sich hier nur wieder sagen, das Kelly Oram wirlklich gut mit Worten umgehen kann. Teilweise sehr kitschichg, aber immer feinfühlig und mitreißend.


Heißt also:

„A is for Abstinence“ ist ein toller zweiter Band. Eine Fortsetzung, die sich wirklich lohnt und meiner Meinung nach auch besser, als der erste Band ist.

Bewertung: 4 von 5.

(P. S. Vielen lieben Dank an den One-Verlag und die Bloggerjury für das Rezensionsexemplar 🙂 )