Unverblümt im Sommerwind

Autorin: Simone Veenstra

Verlag: Heyne

Erschienen: 9.3.2020

Seitenzahl: 496

ISBN: 978-3-6412-4831-4


Und ihre Meinung war irgendwie immer die falsche. Was daran lag, dass Judith eine offenbar wichtige Fähigkeit abging. Die Fähigkeit zu lügen.“ (S. 18)

Darum gehts:

Judith kann nicht lügen. Nicht mal kleine Notlügen sind drin. Nachdem sie deshalb zum wiederholten Male ihren Job und sogar ihre Wohnung verliert, beschließt sie, diese Tatsache zu ändern. Auf Amrum bei ihrem Onkel will sie Lügen lernen. Ein altes Tagebuch, ein Hund namens Hund und einige Menschen, die genauso anders sind, wie sie selbst, helfen ihr dabei.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

„Unverblümt im Sommerwind“ ist eine süße Geschichte mit einer wirklich tollen Botschaft: Anders sein ist doch etwas Schönes. Die Entwicklung, die dieses Buch erzählt, das Setting der Inseln, und die Nebencharaktere (unter anderem) machen es zu einer wirklich tollen Sommerlektüre.

Vor allem die Thematik fand ich spannend. Während des Lesens wird immer wieder die Frage aufgeworfen, wie viel wir eigentlich lügen. Wie viel lügen ist normal und gibt es sogar Situationen, in denen es notwendig ist zu lügen? Es war wirklich interessant Judith auf diesem Weg zu folgen und dabei immer wieder selber ins Nachdenken zu geraten.

Kleinere Kritikpunkte habe ich allerdings auch. Für mich hat sich dieses Buch teilweise in die Länge gezogen und war zwischenzeitlich ein bisschen langatmig. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was ich wirklich toll gewählt und prinzipiell auch gut umgesetzt fand, allerdings muss ich sagen, dass es manchmal hierdurch ein bisschen unübersichtlich war und es schwierig wurde der Geschichte zu folgen.

…zu den Protagonisten:

Judith ist eine wirklich tolle Figur. Sie eckt immer wieder an, wird immer wieder aus der Bahn geworfen und ist letzendlich wirklich am Ende. Doch davon lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie nimmt ihr Schicksal selber in die Hand und will etwas dagegen tun. Ich fand sie sehr sympathisch und bin ihr gerne gefolgt. Die Entwicklung, die das Buch erzählt, ist hauptsächlich ihre, und ich fand es total toll zu lesen, wie sie langsam aber sicher mit sich selber ins Reine kommt und ihre Andersartigkeit zu lieben lernt.

Teda ist ebenfalls so eine Figur, der man gerne folgt und die sehr nahbar ist. Sie hat einen Traum und ist sehr ehrgeizig, wenn es darum geht, diesen wahrzumachen. Trotz der schweren Zeit (Anfang der 1900er), in der sie lebt, lässt sie sich nicht unterkriegen und gibt so eine tolle starke Frauenfigur ab.

Bei diesem Buch möchte ich auch noch einmal die Nebencharaktere erwähnen. Ohne zuviel vorwegzunehmen, sei hier gesagt, dass diese alle auf ihre eigene Art und Weise originell und anders sind, sodass sich eine Gruppe ergibt, in der sich witzige, interessante Dynamiken ergeben.

…zum Stil:

Ich fand die Arbeit mit den Zeitebenen wirklich gut gewählt. Tedas und Judiths Geschichte fügen sich toll zusammen und Simone Veestra erzählt alles in einem Stil, der einen gut mit hineinnimmt und, bis auf einige Passagen, wirklich kurzweilig und schön zu lesen ist.


Heißt also:

„Unverblümt im Sommerwind“ ist eine schöne Sommerlektüre für Zwischendurch mit interessanter Thematik.

Bewertung: 3.5 von 5.


P. S. Danke an den Heyne Verlag und das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House für das Leseexemplar 🙂

Top 10 – Bücher mit sensibler Thematik

Es gibt viele Themen, die nicht einfach, nicht gemütlich sind. Und ebenso schwierig ist es, diese Themen in einem Buch gut umzusetzen. Themen wie sexuelle/häusliche Gewalt, Depression, Kinderlosigkeit, Traumata, Krankheiten etc. sind komplex, sensibel und oft sehr von eigenen Erfahrungen geprägt. Meiner Meinung nach gibt es jedoch einige Bücher, und einige Autoren insbesondere, die es schaffen genau diese Geschichten zu erzählen. Häufig finde ich solche Bücher besonders schön, weil die meisten es schaffen einen mit auf die Reise zu nehmen und das Gefühl der Hoffnung zu schaffen. Es ist wunderschön zu sehen, wie ein Charakter, der an einer wirklich schlimmen Stelle in seinem Leben ist/war langsam aber sicher wieder Gutes erfährt.


10 – Emma Scott „Never Doubt“

Meine letzte Rezension auf diesem Blog war zu genau diesem starken, facettenreichen Buch. Emma Sott thematisiert hier gleich zwei Formen von Gewalt: Sexuelle und häusliche. Beide Protaginisten haben ihre Erfahrungen damit gemacht und das Buch schafft es wirklich toll zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind, und in wie vielen Aspekten sie sich doch ähneln. Emma Scott schafft es wirklich toll das Dilema zu verdeutlichen, in dem Opfer häufig stecken, indem sie Isaacs Liebe für seinen Vater und Willows Bedürfnis weiterzumachen klar erzählt und doch immer wieder aufzeigt, wie traumatisch und schmerzhaft die Erfahrung trotzdem ist/war.




9. Vanessa Schöche „Broken Hope“

Auch wenn das Ende mir wirklich ein bisschen zu happy war, schafft es dieses Buch unglaublich gut den Umgang mit Trauer zu thematisieren und zu erzählen. Die Entwicklung, die geschildert wird, fand ich sehr gut nachvollziehbar und realistisch. Zu Beginn ist es wirklich, als ob Hope sich verschlossen hat und in ihrer Trauer versinkt. Es folgt ein Auf und Ab. Situationen, in denen es ihr wirklich gut geht, Situationen, in denen sie große Rückschritte macht, Situationen, in denen sie Schuldgefühle hat, weil sie weiterlebt und Sam nicht. Insgesamt schildert dieses Buch sehr einfühlsam diese Reise und die verschiedenen Phasen.



8. Emma Scott „All In“

Jonah aus Emma Scotts „All In“-Dilogie hat seit eines Urlaubes, in dem er sich einen Virus eingefangen hat, ein Spenderherz. Und dieses wird langsam aber sicher abgestoßen und das Ende ist schon absehbar. In wenigen Büchern wird so gut eingefangen, was es bedeutet mit einer solchen Diagnose zu leben. Selbst junge, kerngesunde Menschen können von jetzt auf gleich eine solche Krankheit bekommen. Das Unverständnis, die Sinnlosigkeit und die Verzweiflung, aber auch die Hilflosigkeit, die mit diesen Fällen einhergeht, werden erzählt. Und doch gibt das Buch Raum für positive Gefühle. Für Hoffnung, für Weiterentwicklung, für Trauerverarbeitung. Es nimmt sich Zeit mit der Trauer und dem Unverständnis umzugehen und entlässt den Leser am Ende doch mit einem guten Gefühl.


7. Val Emmich „Dear Evan Hansen“

Evan Hansen spinnt ein Netzt aus Lügen, baut es immer weiter aus, verstrick sich darin. Und zu Beginn versteht man als Leser nicht, wieso er es nicht schafft die Wahrheit zu sagen. Doch nachdem das Ende die Sitaution in ein anderes Licht rückt wird plötzlich deutlich: Evan ist depressiv. Und diese Depression hat ihn so sehr gefangen genommen und beeinflusst, dass er keine andere Möglichkeit gesehen hat Anerkennung zu finden. Keine schöne, aber eine sehr echte Geschichte, die zeigt, wie sehr psychische Probleme Menschen einnehmen und ihre Sicht auf die Welt beeinflussen/beeinträchtigen können. Evans Gedanken und das gefühl des Alleinseins werden erzählt und doch zeigt dieses Buch, dass man am Ende eben doch nie allein mit einer solchen Krankheit ist.


6. Wolfgang Herrndorf „Tschick“

Ich glaube jeder Mensch hat gewisse Vorurteile. Es ist sehr schwierig keine zu haben. Und auch wenn wir sie nicht bewusst haben und anwenden, ist es etwas, das wir im Hinterkopf behalten und an dem wir aktiv arbeiten müssen. Wolfgang Herrndorf schafft es in seinem Buch „Tschick“ genau diese Aussage zu treffen. Durch die Augen eines Teenagers und einen Roadtrip der anders läuft, als erwartet, hält er uns den Spiegel vor und erzählt eine herzliche und liebevoll geschriebene Geschichte darüber, was es heißt Vorurteile zu haben und zu wiederlegen. Eine Geschichte über Freundschaft unter ungewöhlichen Umständen.


5. Elton John „Ich“

Vermutlich hätten wenige auf dieser Liste eine Biopgraphie erwartet. Und doch verdient Elton Johns „Ich“ definitv einen Platz. Anders als bei den anderen Bücher auf dieser Liste wird die Thematik hier nicht in eine fiktive Geschichte verpackt. Denn Elton Johns Rockstarleben war real. Und sein Drogenkonsum, sein Exzess und alles, was sonst noch dazu gehört hat, haben ihn an einen Punkt gebracht, an dem er in Lebensgefahr schwebte. Aber Elton John hat sich zurückgekämpft. Die eigene Reflektion seines Lebens, die er nicht beschönigt oder zensiert, gibt einen unglaublich tollen Eindruck in die Gefahren dieser Welt und zeigt doch, dass man durch die richtige Unterstützung, durch Liebe und eisernen Willen aus vielen scheinbar aussichtslosen Lagen wieder herauskommt.


4. Anna Woltz „Gips“

Schwere Themen und Sorgen beschäftigen nicht nur Erwachsene. Und es gibt viele Kinder-/Teeniebücher, die diese Themen zugänglich machen. Seit ich in einem Uniseminar „Gips“ gelesen habe, denke ich, dass dieses hier eines der besten davon ist. Die Trennung der Eltern ist eine Horrorvorstellung für viele Kinder. Die Realität ist jedoch leider, dass viele Ehen wieder geschieden werden. „Gips“ erzählt eine solche Geschichte. Herzlich, Sensibel, Wunderschön und trotzdem sehr realistisch.


3. John Green „Margos Spuren“

Dazugehören. Das Gefühl haben da zu sein, wo man hingehört. Das wünscht sich denke ich jeder. Und gerade für Jugendliche ist das oft schwierig. Denn man muss nicht nur seinen Platz finden, sondern eben auch sich selbst. Und das kann wirklich schmerzhaft und sensibel sein. In seiner unvergleichlichen, wortgewandten Art, erzählt John Green hier die Geschichte von Quentin. Eine Geschichte darüber sich selbst zu finden, eine Geschichte darüber, dass Menschen nicht immer so sind, wie sie wirken, und noch viel mehr.


2. Colleen Hoover „Was Perfekt War“

Kinder gehören doch zu jeder Familie oder? Jeder will doch Kinder oder? Nein. Viele Paare entscheiden sich ganz bewusst gegen Kinder. Und noch mehr Paare möchten Kinder, können aber keine bekommen. Quinn und Graham gehören zur letzteren Kategorie. „Was perfekt war“ erzählt vom Aufwand, vom Schmerz, von der Enttäuschung, die viele Paare in so einer Situation erleben. Der unerfüllte Kinderwunsch steht hier zwischen den Beiden und nimmt die Beziehung richtig mit. Colleen Hoover schafft es trotz dieser schweren Thematik ein Buch zu schreiben, das Mut macht. Ein Buch mit der Botschaft, das Liebe die stärkste Kraft ist, die es gibt. Auch das Ende passt unglaublich gut und macht dieses Buch zu einem facettenreichen, romantischen und unbedingt lohnenswerten Leseerlebnis.



1. Colleen Hoover „Nur noch ein einziges Mal“

Für mich ist Colleen Hoover die Meisterin dieser Art von Büchern. Ich finde, es gibt wenige Autoren, die es so gut schaffen ein komplexes, schmerzhaftes Thema in so vielen Nuancen zu beleuchten. Colleen Hoover schafft es immer wieder trotz des Schmerzes und Leides, das erzählt wird, ihren ganz eigenen, humorvollen, romantischen Stil nicht zu verlieren.

„Nur noch ein einziges Mal“ muss den ersten Platz auf dieser Liste bekommen, weil wenige Bücher mich so viele Emotionen haben fühlen lassen. Die Thematik ist nicht einfach, denn es geht um häusliche Gewalt. Colleen Hoover schafft es die schreckliche Realität davon zu erzählen, den Leser den Schock und die Angst empfinden zu lassen. Und doch gestaltet sie ihre Figuren zutiefst menschlich. Ohne zu entschuldigen, was passiert, zeigt sie doch, dass die Liebe nicht einfach aufhört, dass Menschen trotz dieser schreklichen Erfahrungen lieben und geliebt werden und, dass die Liebe allein eben manchmal nicht ausreicht. Auch dieses ist eines jener Bücher, die einen ganz tief in die schreklichen Emotionen führen und einen doch am Ende mit Hoffnung entlasse, und so eben doch zutiefst lebensbejahend sind.

Never Doubt

Autorin: Emma Scott

Verlag: LYX

Erschienen: 28.7.2020

Seitenzahl: 496

ISBN: 978-3-7363-1280-7


Wir sahen uns durch die Figuren an, und ich wusste, sie hörte meine ungesagten Worte.

Darum gehts:

Als Willow in die kleine Stadt Harmony zieht, ist sie fest entschlossen endlich mit ihrer Vergangenheit abzuschließen und zu heilen. Also spricht sie für die Rolle der Ophelia in der „Hamlet“-Produktion des kleinen örtlichen Theaters vor. Sie bekommt die Rolle und spielt neben Isaac Pearce als Hamlet. Auch Isaac benutzt das Theater um sich auzudrücken. Und so kommen sich die beiden mit jeder Konfrontation auf der Bühne näher. Schnell wird klar, dass Willow ihre eigenen Worte finden muss, wenn sie wirklich wieder glücklich sein will.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Die #metoo-Bewegung war für mich ein wirklich guter und wichtiger Schritt. Opfer von sexueller Gewalt leiden oft unter Traumata und viele von ihnen haben nicht den Mut ihre Geschichte zu erzählen. Häufig Sorgen auch die strukturellen Gegebenheiten dafür, dass die Opfer sich nicht in der Lage fühlen über das Geschehene zu sprechen. Die #metoo-Bewegung hat eben diese Tatsachen sehr deutlich gemacht und den Opfern eine Stimme gegeben. Das tut auch Emma Scott mit diesem Buch. Es ist voller Hoffnung und zeigt eine Protagonistin, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und aktiv den Heilungsprozess gestaltet. Und trotzdem zeigt das Buch sehr deutlich die Schwiergkeiten mit der Thematik auf. Es wird deutlich wie schwer es ist mit solchen Traumata umzugehen und wie schwer es auch häufig ist die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Rahmenhandlung des Theaters fand ich wunderschön gewählt. Die Geschichte von Hamlet passt toll zur Geschichte von Willow und Isaac und aus so vielen Zeilen und Kapiteln strömt die Liebe zum Theater und zur Kunst im Allgemeinen. Dieses Buch lässt einen deutlich erkennen wie viel Kunst bedeutet und welche Macht es haben kann sich durch ebendiese auszudrücken.

…zu den Protagonisten:

Willow ist eine nuancierte und toll charakterisierte Figur. Ich mochte es sehr gerne, dass sie eben nicht einfach die Opferrolle eingenommen und sich in ihr Trauma ergeben hat. Und doch fühlt man als Leser sehr mit ihr mit in den Momenten, in denen es eben nicht einfach ist und in denen die Panik und der Schmerz sie wieder einholen. Ich fand es sehr gelungen, wie ihre Entwicklung geschildert wird und fand sie wirklich sympathisch.

Isaac ist ein klassicher New-Adult-Protagonist. Harte Schale, weicher Kern. Ich fand gerade aus diesem Grund die Ebene, die das Theaterstück aufmacht sehr schön, denn dadurch hat man den Kontrast zwischen dem Isaac auf der Bühne und dem außerhalb. Von Anfang an wird er so auch als jemand gezeigt, der seine Emotionen ausdrückt und durchaus sensibel ist. Er ist von Anfang an eben nicht nur der typische Bad Boy, den viele in ihm sehen.

…zum Stil:

Kitschig, Dramatisch – hochemotional. So kennen wir es aus vielen NA-Büchern und so schreibt auch Emma Scott. Ich liebe solche kitschig-schönen Bücher und so mochte ich auch ihren Stil. Große Worte und viel Mitfühl-Potenzial.


Heißt also:

Ich fand dieses Buch wunderschön! Tolle Thematiken, Tolle Protagonisten und viel Emotion.

Bewertung: 5 von 5.

Broken Hope

Autorin: Vanessa Schöche

Verlag: Vajona

Erschienen: 7.4.2020

Seitenzahl: 536

ISBN: 978-3-9819888-8-8


Dass Liam in mein Leben getreten ist, hat eine Bedeutung und sie ist zweifellos größer, als wir sie uns beide vorstellen können.

Darum gehts:

Hope hatte Alles. Einen tollen Verlobten, Ein zu Hause, das wirklich so eines ist, und um das Glück perfekt zu machen, wird sie dann auch noch schwanger. Sie freut sich auf ein tolles Leben, doch dann schlägt das Schicksal zu. Sie versinkt immer mehr in ihrer Trauer… Bis sie Liam trifft.


Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich habe in letzter Zeit viele Geschichten gelesen, die mit einer Tragödie, oder einem schweren Schicksalsschlag beginnen. Ich finde es so oft bewegend und wunderschön zu lesen, wie die verschiedenen Figuren aus dieser Phase wieder herauskommen und genieße das Gefühl der Hoffnung und der Erleichterung, das sich jedes mal einstellt, wenn die Protagonisten wieder Glück finden. Dieses Buch bildet keine Ausnahme. Vanessa Schöche erzählt diese Geschichte der Hoffnung. Die Protagonistin heißt Hope („Hoffnung“) und so ist diese Thematik auch direkt zu Beginn angelegt. Der Beginn ist so kitschig perfekt und romantisch, dass man als Leser direkt versteht, warum Hope am Boden zerstört ist, als sie dieses Leben verliert. Der Schmerz wird, wie die Freude, wahnsinnig gut eingefangen und man leidet wirklich mit der Protagonistin mit. Dieses Leiden zieht sich eine ganze Weile und doch blüht sehr schnell die Hoffnung wieder auf. Man wünscht als Leser sich richtig, dass diese Hoffnung wächst und zu einem Happy End führt. Das kommt natürlich auch, war dann für meinen Geschmack jedoch ein bisschen zu happy. Für mich hätte das Buch am Ende ruhig klar die Weichen für ein volles Happy End stellen, es aber noch zu Teilen offen lassen können.

…zu den Protagonisten:

Hope ist eine Figur, mit der man sich toll identifizieren kann. Sie träumt von der Zukunft, ist ein Familienmensch, eine tolle Freundin und ein rundum sympathischer Charakter. Ich fand es spannend, wie sie sich nach den schrecklichen Ereignissen verändert. Wo sie vorher fröhlich und aufgeschlossen war, ist sie jetzt ruhig und in sich gekehrt. Dadurch das die Geschichte zu einem großen Teil aus ihrer Sicht erzählt wird, wird der Leser in diese Gedankenwelt mit hineingenommen und wünscht ihr einfach nur sich wieder öffnen zu können.

Liam hat mich vor allem begeistert, weil er eine sehr aufmerksame Figur ist. Er merkt sofort, dass etwas los ist, und will Hope direkt näher kennenlernen. Ein charismatischer, charmanter Kerl. Er ist durch und durch ein Gentelman, sodass das Buch von romantischen Gesten und Momenten voll ist.

Die beiden bilden eine tolle Kombi und die Entwicklung von Fremden über Freunde hin zu mehr ist einfach wunderschön erzählt.

…zum Stil:

Vanessa Schöche schafft es, wie oben schon geschrieben, eine wunderschöne Geschichte zu erzählen und die Entwicklungen und Gefühle toll einzufangen. Zwar werden manche Formulierungen meines Geschmacks nach zu häufig benutzt, aber das hat für mich den Lesefluss nicht gestört.


Heißt also:

„Broken Hope“ hat mich mitgerissen und zutiefst bewegt. Ein tolles Buch, das ich unbedingt empfehle!

Bewertung: 5 von 5.

Royal Blue

Autorin: Casey McQuiston

Verlag: Knaur

Erschienen: 1.4.2020

Seitenzahl: 464

ISBN: 978-3-426-52615-6


Alex (…) wollte immer jemand sein, der wirklich etwas bewirkt und der Welt etwas hinterlässt. Henry ist ohne Zweifel so jemand. Es ist ein bisschen berauschend. Aber es ist okay.

Darum gehts:

Alex ist der Sohn der Präsidetin der USA. Henry ist Prinz von Großbrittanien. Die beiden könnnen sich nicht leiden, aber als ein Streit zwischen den beiden eskaliert, werden sie von ihren Familien angehalten öffentlich ihre Versöhnung zu inszenieren, um den Schaden gering zu halten. Plötzlich müssen sie viel Zeit miteinander verbingen und es wird deutlich, dass vielleicht doch andere Gefühle im Spiel sind.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Dieses Buch ist schnell zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Es gibt wenige LGBTQ-Liebesgeschichten und noch weniger davon sind wirklich gut. Casey McQuiston schreibt hier jedoch eine so herzliche, romantische und wunderschöne Geschichte, dass man dieses Buch einfach lieben muss. Was mir vor allem gefallen hat ist, dass die Tatsache, dass es eine Geschichte zwischen zwei Männern ist, nicht der alleinige Fokus ist. Klar ist es auch ein Thema, weil die traurige Wahrheit einfach ist, das Paare aus dem LQBTQ-Spektrum auch heute noch häufig mit Vorurteilen und Anfeindungen umgehen müssen, aber es geht um so viel mehr. Die Politik spielt eine wichtige Rolle und das Hauptproblem ist eben nicht die Sexualität der beiden, sondern vielmehr was diese in ihrer jeweiligen Position bedeutet. Man bekommt einen tollen Blick hinter die Kulissen des weißen Hauses und des Palastes. Auch wenn dieser vermutlich nicht besonders realistisch ist, ist es spannend über die PR-Besprechungen, die politischen Verwicklungen und Zusammenhänge und die Implikationen derer zu lesen. Die Beziehung zwischen Alex und Henry ist zwar die Hauptstoryline, aber das Buch gibt trotzdem sehr vielen lustigen, spannenden und schönen Nebenplots Raum. Für mich wurde es dadurch endgültig zu einem Highlight.

…zu den Protagonisten:

Beide Jungs sind mir wirklich ans Herz gewachsen! Zwar sind sie charakterlich sehr unterschiedlich, und doch merkt man sofort, warum die beiden so gut funktionieren und erkennt direkt welche Eigenschaften die beiden verbinden. Es gibt so viele wunderschöne Momente zwischen den beiden und ich habe wirklich gerne mitverfolgt, die die beiden sich immer mehr ineinander verlieben. Auch ihre Dynamik im Umgang mit der Öffentlichkeit, den Problemen, die daraus resultieren, aber auch mit ihren Familen ist toll zu lesen.

Alex ist direkt, weiß genau, dass er, wie seine Mutter, auch einmal in die Politik möchte und ist ein Mensch, der die meisten Sachen sehr entspannt angeht. Obwohl er sehr intellligent ist und die Dinge meistens gut überdenkt, hat er manchen Sachen einfach noch nie in Frage gestellt. So zum Beispiel seine Sexualität. Ich fand es spannend seine Gedanken und seine Entwicklung mitzuverfolgen.

Henry ist da anders. Er weiß zwar ziemlich genau, wer er ist, kommt aber aus einer Familie, die ihm mehr als deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er als Prinz bestimmte Regeln einzuhalten hat und manche Meinungen einfach nicht zu sagen hat. Das führt dazu, dass er eine perfekte, eintönige Fassade aufgebaut hat, und es ist total toll, wie man als Leser zusammen mit Alex immer mehr von ihm erfährt und immer weiter hinter seine Fassade gucken kann.

…zum Stil:

Das Buch ist in der dritten Person und im Präsenz geschrieben. Eine Kombination, an die ich erstmal gewöhnen musste, die mir dann aber sehr gut gefallen hat. McQuiston schafft es toll das Gefühl der ersten großen Liebe einzufangen und den Leser trotz der ungewöhnlichen Erzählperspektive von vorne bis Hinten mitzureißen.


Heißt also:

Dieses Buch ist herzlich. Es ist spannend. Es ist romantisch. Und dieses Buch hat mich komplett begeistert!

Bewertung: 5 von 5.

Lesemonat – Juli

Hallo Ihr Lieben,

Ich hoffe ihr seid gut in den August gestartet!

Die erste Woche ist auch schon wieder um, also kommt hier mein Lesemonat Juli.

Ich hatte im Juli viel Zeit und richtig Lust zu lesen, sodass ich auf ganze neun Bücher komme.

Wie viele habt ihr gelesen? Welches war euer Highlight?


• Brittainy C. Cherry „Wie die Ruhe vor dem Sturm“

Dieses Buch war mein Monatshighlight. Ich habe die Geschichte von Eleanor und Grayson wahnsinnig gerne gelesen. Zwei wirklich tolle Protagonisten, eine interessante Prämisse und Brittainy C. Cherrys kitschig emotionaler und doch einfach wunderschöner Schreibstil. 5/5 Punkte.


• Emma Scott „Never Doubt“

Ich liebe Theater. Und dieses Buch macht es zu einem ganz zentralen Aspekt. Denn sowohl Willow, alsauch Isaac haben eine Menge durchgemacht und sehen das Theater als einen Weg den Schmerz auszudrücken und ihn zu verarbeiten. Das Buch macht diese schwierigen Themen zum zweiten zentralen Aspekt und Emma Scott schafft es durch ihren Schreibstil eine wunderschöne, emotionale Geschichte zu erzählen, die einen so schnell nicht loslässt. Deswegen müssen auch hier 5/5 Punkten her 🙂


• Vanessa Schöche „Broken Hope

Wie „Never Doubt“ erzählt auch „Broken Hope“ eine Geschichte darüber, wie ein schwerer Schicksalsschlag verarbeit wird. Die Geschichte ist voller Hoffnung und die Autorin findet tolle Worte um die Gefühle einzufangen und den Leser mit hineinzunehmen. Mein drittes 5 Punkte-Buch diesen Monat.


• Casey McQuiston „Royal Blue“

Vielleicht bin ich ein wenig zu begeisterungsfähig, wenn es um Bücher geht, aber auch „Royal Blue“ möchte ich gerne 5 Punkte geben. Es gibt generell noch wenige LGBTQ+-Liebesgeschichten, und noch weniger, die wirklich gut sind. Und doch schafft es die Geschichte von Alex und Henry genau das zu sein. Das liegt vor allem daran, wie sich die Beziehung zwischen den Beiden aufbaut. Es gibt wunderschöne, romantische Momente und trotzdem ist weder die Beziehung, noch die Tatsache, das sie zwischen zwei Männern ist zu sehr im Fokus. Klar es geht um die beiden, aber das Setting des weißen Hauses, des Palastes und generell der Politik bietet einen tollen Rahmen und Raum für viele kreative, lustige, spannende Nebenplots.


• Kelly Oram „V is for Virgin“

Die Thematik ist spannend, die Umsetzung hat leider ein paar Schwächen. Valerie wird verlassen, weil sie vor der Ehe keinen Sex haben möchte und startet daraufhin eine ganze Kampagne. Rockstar Kyle ist fest entschlossen Virgin Val umzustimmen. Eigentlich ist Valerie eine coole Figur, aber letzenendes fand ich dann leider, dass das Buch zu sehr auf einen Standpunkt dränkt und ganz klar in eine Richtung zeigt. Zwar nicht explizit, aber dennoch deutlich genug. Nichts desto trotz hat mir „V is for Virgin“ gut gefallen und ich habe mich auf den zweiten Teil gefreut. 3,5/5 Punkte.


• Kelly Oram „A is for Abstinence“

Der zweite Teil der Kellywood-Dilogie hat mir deutlich besser gefallen, als der erste. Kyle wirkte im ersten Teil irgendwie sexbesessen und sehr oberflächlich und bekommt hier eine Chance anders zu sein. Die Charaktere sind erwachsener geworden, wodurch man sich von der Kampagne ein wenig lösen kann und beide offener dafür sind aufeinander zu hören. Es wird besser kommuniziert und reflektiert, sodass ich es sehr viel realistischer und passender fand. 4/5 Punkte.


• Marie Lu „Legend – Fallender Himmel“

Ich habe schon eine Weile keine Dystopie mehr gelesen und wollte es mit dem ersten Band der „Legend“-Reihe dann mal wieder probieren. Ich fand die Geschichte wirklich toll und gerade gegen Ende auch wirklich spannend! Allerdings muss ich sagen, dass ich den Anfang einfach zu lang fand. Beide Hauptcharaktere werden zunächst alleine vorgestellt und erzählt. Spannend wird es allerdings erst wirklich, als die beiden sich über den Weg laufen. Ein paar Passagen ergaben für mich nicht so richtig Sinn, sodass ich insgesamt 2 Punkte abziehe und 3/5 vergebe.


• Tami Fisher „Sinking Ships“

Mir hat der zweite Teil der „Fletcher University“-Reihe deutlich besser gefallen, als der erste. Eine süße Liebesgeschichte für zwischendurch, allerdings sticht sie nicht durch irgendentwas besonders hervor. 3/5 Punkte.


• Kristen Callihan „Game On-Mein Herz will dich“

Das einzige Buch diesen Monat, das mich wirklich enttäuscht hat. Zwar war viel Potenzial da, aber im Endeffekt war es einfach zu oberflächlich für meinen Geschmack. Beide Charaktere hatten ihre Momente, sowohl alleine, alsauch zusammen, aber im Großen und Ganzen war dieses Buch leider nicht wirklich was für mich.



A is for Abstinence

Autorin: Kelly Oram

Verlag: One

Erschienen: 28.7.2020

Seitenzahl: 336

ISBN: 978-3-8466-0099-3


„Aber das hier ist kein Lebewohl. Diesmal werde ich dich nicht einfach so gehen lassen.“ „Kyle…“ „Nein. Diesen Fehler habe ich einmal gemacht. Ich werde ihn nicht wiederholen.“ (S. 97+98)

Darum gehts:

Im ersten Band von Kelly Orams Kellywood-Dilogie stand Valerie im Fokus. In diesem zweiten Band ist es nun Kyle, aus dessen Sicht erzählt wird. Er ist erwachsener geworden und ist nun endlich bereit wirklich für Valerie zu kämpfen und sich auf eine echte Beziehung einzulassen.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich fand es echt toll im zweiten Teil einen anderen Blick auf die Geschichte zu bekommen. Die Geschichte setzt nach einem Zeitsprung von vier Jahren wieder ein, was ich wirklich sinnvoll gewählt fand. Dieser Zeitsprung ermöglicht es nämlich in gewisser Weise sowohls Kyle, als auch Val, noch einmal neu kennenzulernen und gleichzeitig die V is for Virgin-Kampagne aus dem ersten Band in den Hintergrund rücken zu lassen. Das führt dazu, dass eine ganz neue, tolle Liebesgeschichte enstehen kann, die zwar vom ersten Band stark geprägt, aber eben keine einfache Weiterführung ist. Das Ende hat mich jedoch enttäuscht. Für mich war es einfach zu abrupt und fühlte sich im Zusammenhang mit der vorherigen Geschichte zu wenig vorbereitet an.

…zu den Protagonisten:

Valerie ist, wie im ersten Band, eine tolle Protagonistin. Der Zeitsprung zeigt, dass sie nicht nur die temporäre Aufmerksamkeit, die sie im ersten Band durch die Kampagne bekommen hat, gut zu nutzen weiß. Sie ist eine Powerfrau, weiß nach wie vor, was sie will, und hat es in der kurzen Zeit wirklich zu etwas gebracht. Gleichzeitig ist sie der Peson im ersten Band zu 100 % treu geblieben, was ich wirklich gut und auch notwendig fand. Die Überzeugung hat sich nicht geändert, und doch geht sie durch das Leben und den zeitlichen Abstand noch einmal anders auf Kyle zu und anders mit der ganzen Thematik der Enthaltsamkeit um.

Ich fand dieses Buch vor allem wegen Kyle toll. Wir bekommen die Geschichte aus seiner Sicht erzählt und so einen Einblick in das, was ihn wirklich ausmacht. Er ist nach wie vor der Rockstar, der sehr überzeugt von sich ist und auch er hat seine Position in der Zwischenzeit nicht komplett geändert. Allerdings hat auch er sich toll entwickelt und so nimmt man ihm sein Interesse an Valerie wirklich ab und kann seine Position super verstehen. Er wirkt zwar, durch die Thematik und seine Position dazu, immer noch ein wenig sexbesessen, aber er bekommt Gelegenheit mehr zu sein. Zum Beispiel, wenn er für seine beste Freundin da ist und wirklich Tiefgang beweist. Er bekommt die Chance sich tatsächlich zu erklären, sodass dieses oberflächliche nicht das Bild ist, das am Ende von ihm bleibt.

Lobend erwähnen muss ich hier auch noch einmal die Beziehung der beiden und wie sie dargestellt wird. Die beiden reden miteinander, sind ehrlich, respektvoll und hören sich zu. In vielen Situationen hat man so wirklich das Gefühl, dass Beide reifer geworden sind und wirklich gut zusammenpassen. Auch die kleinen, liebevollen Sticheleien haben nicht aufgehört und ergänzen diese ernsthaftere Seite toll. Zudem tauchen auch einige Nebencharaktere wieder auf und neu auf, die die Beziehung vorantreiben und spannend machen.

…zum Stil:

Wie beim ersten Band und bei der „Cinder und Ella“-Dilogie, lässt sich hier nur wieder sagen, das Kelly Oram wirlklich gut mit Worten umgehen kann. Teilweise sehr kitschichg, aber immer feinfühlig und mitreißend.


Heißt also:

„A is for Abstinence“ ist ein toller zweiter Band. Eine Fortsetzung, die sich wirklich lohnt und meiner Meinung nach auch besser, als der erste Band ist.

Bewertung: 4 von 5.

(P. S. Vielen lieben Dank an den One-Verlag und die Bloggerjury für das Rezensionsexemplar 🙂 )

Wie die Ruhe vor dem Sturm

Autorin: Brittainy C. Cherry

Verlag: LYX

Erschienen: 29.6. 2020

Seitenzahl: 448

ISBN: 978-3-7363-1279-1


Es war mehr als 15 Jahre her, anderthalb Jahrzehnte voller Wachstum, Veränderung, Höhen und Tiefen.

Darum gehts:

Ellie und Grey lernen sich in der Schule kennen und lieben. Doch das Leben bringt die beiden außeinander, bevor sie eine richtige Beziehung eingehen können. 16 Jahre später kreuzen sich die Wege der beiden wieder, als Ellie eine Stelle als Nanny für Greys Töchter annimt. Doch Grey hat sich verändert.





Das sage ich…

...zum Inhalt:

Dieses Buch hat mich restlos begeistert. Die Geschichte folgt zwar vielen für NA-Romane sehr typischen Handlungsverläufen, aber trotzdem ist sie neu und frisch und beweist wieder einmal, warum New Adult so ein beliebtes Genre ist. Es geht umVerlust, es geht um den Umgang mit Trauer, es geht darum, was Familie bedeutet und wie wichtig sie ist. Und vor allem ist sie eine Geschichte über Hoffnung. Ein unglaublisch schöner und doch sehr bewegender Blick auf zwei Figuren, die jeder ihr eigenes Päckchen zu tragen haben und doch genau deshalb perfekt füreinander sind und sich gegenseitig retten.

…zu den Protagonisten:

Eleanor ist sofort auf meiner Liste von Lieblingsprotagonistinnen gelandet. Sie ist eine so starke und liebevolle Figur, dass man sie einfach lieben muss. Sie hat das Herz am richtigen Fleck und ist sehr einfühlsam. Das merkt man zum Beispiel an ihrer Beziehung zu ihren Eltern. Außerdem ist sie zu hundert prozent sie selbst, lässt sich darin von niemandem beeinflussen und steht für das ein, was sie denkt. Klar wird das zum Beispiel durch ihre unglaubliche Liebe zu Harry Potter, die sogar so weit geht, das sie auf einer Party lieber den neusten Band liest, als zu feiern. Eine wirklich facettenreiche, sympathische Figur.

Wie schon in der Inhaltszusammenfassung geschrieben, verändert sich Greyson drastisch. Aber weil man ihn eben als Teenie kennenlernt, hat man, wie Eleanor, immernoch die Hoffnung, dass der alte Grey wieder zum Vorschein kommt. Denn Teenie-Grey ist genauso eine tolle Figur, wie Eleanor. Er ist aufopferungsvoll, aufmerksam und sensibel. Er kümmert sich rührend um Eleanor, indem er zum Beispiel verschiedene Dates für sie plant. Der erwachsene Grey ist zu Beginn unglaublich kalt und abweisend. Wirklich unsympathisch und unfreundlich. Und trotzdem gibt es immer wieder Hoffnung, weil zum Beispiel Kapitel aus seiner Sicht geschrieben sind und uns so an seinem Schmerz und seinen Gedanken teilhaben lassen.

…zum Stil:

Ja, sie wird oft so genannt. Aber das finde ich auch wirklich passend. Brittainy C. Cherry ist wirklich die Königin der Emotionen. Sie schafft es mit ihrem Schreibstil fantastisch die wiederstreitenden Gefühle einzufangen. Die verschiedenen Momente: Die verzweifelten, traurigen, die glücklichen, euphorischen und die wütenden, verwirrten. Sie nimmt einen mit und lässt einen alles mitfühlen.


Heißt also:

Ich habe „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ geliebt! Eins meiner Jahreshighlights und unbedingte Leseempfehlung!

Bewertung: 5 von 5.

Top 10 – Protagonistinnen

Protagonistinnen in Büchern sind unglaublich wichtig. Eine gute Hauptfigur macht das Buch interessanter, lässt uns leser besser mitfühlen und lässt uns sich mit ihr identifizieren. Deswegen habe ich heute meine Top 10 Protagonistinnen für euch. Eine Liste für Protagonisten wird es natürlich auch noch geben 🙂


10. Meggie Folchert aus der „Tintenwelt“-Trilogie

Meggie ist neugierig, mutig und hat keine Angst den Erwachsenen ihre Meinung zu sagen, obwohl sie noch sehr jung ist. Die ganze Buchreihe über, finde ich, kann man sich toll mit ihr identifizieren und ich mag es, wie man die Welt dieser Buchreihe durch ihre Augen und durch ihre Liebe zu Büchern sieht. Sie lässt sich nicht von den Bösen einschüchtern und benutzt ihre Fähigkeiten, um ihrer Familie zu helfen.



9. Sage aus der „Berühre mich. Nicht“-Dilogie

Sage hat in ihrer Vergangenheit unglaublich viel durchgemacht. Sie ist deshalb eine so tolle Protagonistin, weil sie sich nicht unterkriegen lässt. Ganz alleine zieht sie ans andere Ende Amerikas und stellt sich dem neuen Abschnitt ihres Lebens an der Uni. Mutig, hilfsbereit, rücksichtsvoll.



8. Anna Jones aus der „Game On“-Reihe

Nach drei Einträgen auf dieser Liste ist wohl schon klar, dass ich starke Frauenfiguren total mag. Und das ist auch der Grund, warum ich Anna so toll fand, obwohl „Game On“ an sich mich nicht so sehr überzeugen konnte. Sie ist schlagfertig, trotzdem unglaublich liebevoll, und lässt sich von Drews Beliebtheit/Berühmtheit nicht einschüchtern oder beeinflussen. Eine wirklich tolle Figur.



7. Mia Silber aus der „Silber“-Trilogie

Ja, ihre große Schwester Liv ist die eigentliche Protagonistin. Aber weil Mia Silber eine so wichtige Rolle spielt, landet sie trotdzem hier 🙂 Mia bringt die Dinge auf de Punkt, ist wirklich witzig, clever und in manchen Passagen einfach wirklich niedlich. Ich fand auch Liv eine tolle Figur, aber Mia ist mir tatsächlich noch ein bisschen mehr ans Herz gewachsen.


6. Eleanor Gable aus „Wie die Ruhe vor dem Sturm“

Dieses Buch habe ich erst gestern beendet. Und doch ist mir Eleanor/Ellie gleich ans Herz gewachsen. Sie ist so unerschütterlich in ihrem Glauben an das Gute. Sie ist wahnsinnig feinfühlig und trotzdem sehr klar und bestimmt, wenn es um Dinge geht, die ihr wichtig sind. Einfühlsam und witzig und: ein riesiger Potterhead 😉


5. Lily Bloom aus „Nur noch ein einziges Mal“

Auf einer Liste der besten Protagonistinnen muss, finde ich, mindestens eine Figur von Colleen Hoover landen. Denn ihre Figuren sind alle so facettenreich und liebevoll geschrieben und haben alle mindestens eine witzige, ungewöhliche, interessante Eigenschaft. Bei Lily Bloom ist es zum Beispiel ihr Tagebuch, dass in Form von Briefen an Ellen de Generes geschrieben ist. Lily ist so liebevoll zu den Menschen, die ihr am Herzen liegen und auch den anderen. Sie hat ein tolles Händchen für Blumenarrangements und findet in vielen Situationen genau die richtigen Worte. Ich bin ihrer Geschichte so gerne gefolgt und hab ihr das Happy End wirklich gegönnt.


4. Lara Jean Covey aus der „To all the Boys“-Reihe

Ich habe diese Buchreihe geliebt und die Protagonistin hat dazu einen großen Teil beigetragen. Lara-Jean ist so herrlich anders. Sie ist tollpatschig, lebt mit einer rosaroten Brille auf der Nase und hat eine Vorliebe für kitschig romantische Bücher. Sie ist verträumt und trotzdem eine wirklich aufmerksame (beste) Freundin. Ihre Familie ist ihr unglaublich wichtig und sie liebt sie über alles. Ich fand sie so niedlich und erfrischend, dass sie die ganze Reihe über eine tolle Leichtigkeit in die Geschichte bringt.


3. Sawyer Dixon aus der „Again“-Reihe

An Sawyer mochte ich vor allem, dass in ihr so viel mehr steckt, als man nach außen wahrnimmt. Im ersten Buch der Reihe wird sie als die hübsche Zicke vorgestellt. Im zweiten Band bekommt sie ein bisschen mehr Zeit und Entwicklung und mit dem dritten („Feel Again“) bekommt sie ihre eigene Geschichte. Und die hat sie mir endgültig sympathisch gemacht. Sie ist loyal, leidenschaftlich, wenn es um ihr Hobby geht, und für ihre Freunde aufopferungsvoll und eine wertvolle Stütze. Sie ist eine tolle Figur, weil sie zeigt, dass jede Person Unsicherheiten und Ängste hat, egal, wie selbstbewusst sie nach außen wirkt. Das macht sie sehr nahbar und facettenreich.


2. Elamara Rodrigues aus „Cinder und Ella“

„Cinder und Ella“ ist eins meiner Lieblingsbücher. Und Ella hat ihren Teil dazu beigetragen. Sie zeigt, dass auch Buchfiguren verletzlich, unsicher, und sogar depressiv sein dürfen. Und trotzdem ist sie eine Kämpferin, die viel Witz, Beharrlichkeit und Kreativität das Leben meistert und das Buch so am Ende zu einer wirklich bewegenden Geschichte macht.



1. Gwendolyn Sheperd aus der „Edelstein“-Trilogie

Wenn ich an tolle Charaktere denke, ist meine Lieblingsautorin Kerstin Gier immer die erste, die mir in den Kopf kommt. Und Gwendolyn ist nach wie vor eine meiner absoluten Liebligsbuchfiguren. Sie ist super nachvollziehbar und realistisch, durch ihre Tollpatschigkeit. Sie ist, wie sehr viele von Kerstin Giers Figuren super witzig und beweist immer wieder ihr helles Köpchen. Das zeigt sie dadurch, dass sie die ganze Situation, in die sie geworfen wird, immer wieder hinterfragt und auf antworten beharrt. Sie lässt sich nicht herumkommandieren, beweist immer wieder ihre Beharrlichkeit und schafft es so am Ende dem größeren Geheimnis, dass die Geheimloge, um die es geht, hat auf den Grund zu gehen.



Legend – Fallender Himmel

Autorin: Marie Lu

Verlag: Loewe

Erschienen: 10.9.2012

Seitenzahl: 368

ISBN: 978-3-7855-7394-5


Du bist wirklich brilliant.“, sagt er. „Aber du bist auch ein ziemlicher Dummkopf, bei jemandem wie mir zu bleiben.“

Darum gehts:

June und Day stehen auf unterschiedlichen Seiten des politischen Systems: June als Teil des Militärs, Day als Verbrecher, der die Republik stürzen will. Dann führt ein Mordfall June auf Days Fährte. Beide müssen feststellen, dass sie sich vielleicht doch ähnlicher sind als gedacht. Und plötzlich werden so aus Feinden Verbündete in einen noch viel größeren Plan.




Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich habe schon eine Weile keine Distopie mehr gelesen und muss sagen, dass mir diese sehr gut gefallen hat. Sie besitzt viele sehr klassiche Elemente für dieses Genre (zum Beispiel ein Totalitäres System, das hinter den Kulissen die Fäden zieht, eine Figur, die plötzlich ihre Loyalität diesem gegenüber in Frage stellen muss…) und ist doch auf viele Art und Weise neu. Ich möchte hier nicht zu viel vorwegnehmen, aber gerade in Zeiten von Corona lesen sich manche Passagen in einem anderen Licht und sind noch einmal ganz neu spannend und gruselig. Ich mochte die Geschichte und ihren Aufbau. Der Anfang war meiner Meinung nach allerdings ein bisschen träge und hätte ruhig ein bisschen schneller erzählt werden können. Die Exposition, in der man beide Charaktere und die Welt kennenlernt, hätte keine ca. 150 Seiten gebraucht.

…zu den Protagonisten:

Day und June sind beide tolle Protagonisten. Wie in der Kurzzusammenfassung schon angedeutet, sind sie sich auf viele Weisen sehr ähnlich: Beide sind zielstrebig, beide sind sehr intelligent, beide haben ein klares Wertesystem, dem sie folgen, und eine Familie, die sie lieben und beschützen wollen. Diese Ähnlichkeiten haben der Geschichte für mich noch einmal eine tolle weitere Ebene gegeben: Denn der Grund, warum Day und June auf unterschiedlichen Seiten stehen, ist vor allem ihre Herkunft. Im Verlauf des Buches stellt sich der Leser die Frage, wie die Geschichte hätte anders verlaufen können, wenn Day wohlhabend und mit der richtigen Ausbildung aufgewachsen wäre und June in einem Armenviertel ohne Möglichkeiten. Diese Frage stellt das Buch durch June sogar ganz konkret und macht es dazu auch (ein wenig) sozialkritisch. Die beiden sind auf ihre Art jeweils sympathisch und tragen die Geschichte super.

Die beiden Protagonisten haben eine tolle Chemie und Marie Lu schafft es unglaublich gut, die Entwicklung der Beziehung der Beiden zu erzählen. Man spürt als Leser sofort die Verbindung zwischen den beiden und fiebert mit.

Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings auch hier: Erstens hat das Alter der Protagonisten mich ein bisschen gestört. Beide sind Teenager und wirken dafür wirklich zu reif. Ich finde die Geschichte hätte genauso gut funktioniert, wenn die beiden nicht 15, sondern Anfang-Mitte zwanzig gewesen wären. Ich finde das hätte auch der Beziehung zwischen den beiden mehr Glaubwürdigkeit/Gewicht verliehen und gleichzeitig nicht den „Wunderkind“-Status der beiden aufgehoben, da sie mit den beschriebenen Fähigkeiten und der beschriebenen Intelligenz auch in diesem Alter noch auffällig gut gewesen wären. Zweitens nimmt die Geschichte erst richtig Fahrt auf, als die Wege der beiden sich kreuzen. Das hätte also für mich deutlich schneller passieren können. Auch in weniger Zeit hätte man beide genug charakterisieren können, um die Begegnung und die vielen Enthüllungen, die sich daraus ergeben bedeutungsvoll zu gestalten.

…zum Stil:

Mir hat Marie Lus Schreibstil wirklich gut gefallen. Es gibt zwar keinen Aspekt, der besonders heraussticht, aber sie erzeugt toll Atmosphäre und bringt die Charaktere voran. Sie hat tolle Beschreibungen, die die Welt plastisch gestalten.


Heißt also:

Ich fand „Legend-Fallender Himmel“ ein tolles Buch, auch wenn es ein paar Schwächen hat und habe es sehr gerne gelesen. Ich freue mich auf Band 2.

Bewertung: 3.5 von 5.