Lesemonat – Juli und August

Hallo liebe Leser:innen,

Auf diesem Blog war es jetzt schon wieder eine ganze Weile still. Das lag daran, dass ich meine Masterarbeit geschrieben habe und auch sonst viel unterwegs war. Die Arbeit ist jetzt fertig und abgegeben, deswegen geht es hier jetzt (hoffentlich regelmäßiger) wieder weiter.

Als erstes wollte ich euch einen Überblick über die Bücher verschaffen, die ich in dieser Zeit gelesen habe. Wie ihr sicherlich feststellen werdet, ist viel Seichtes und Leichtes dabei. Das lese ich in meiner Freizeit generell gerne und gerade in der Zeit der Arbeit, in der ich viele wissenschaftliche Texte auf Englisch gelesen habe, fand ich das einen tollen Ausgleich.

Hier also der Überblick:

Sarina Bowen ist immer gut für sehr kurzweilige, romantische Unterhaltung. Deswegen habe ich nach dem ersten Band der „Brooklyn Years“ auch direkt weitergelesen. Ich nenne die vier Bände hier zusammen, weil ich keinen besonders herausstechend fand. Alle vier waren genau das, was ich erwartet habe und haben mich mit ihrem lockeren Lesefluss und ihren sympathischen Charakteren sofort gut mitgenommen. Im dritten Band fand ich die Umsetzung des Themas an einigen Stellen misslungen. Insgesamt arbeitet diese Reihe außerdem sehr viel mit Geschlechterstereotypen, was mich zwischenzeitlich sehr gestört hat, aber auch durch die Welt des Profisports, in der diese Reihe spielt, begründet ist. Beides führt dazu, dass ich insgesamt 3/5 🌟 für die Reihe vergebe. Den fünften Band habe ich noch nicht gelesen – er steht aber auf meiner Liste.

Dieses Buch habe ich vor ein paar Jahren schon einmal gelesen. Da aber gerade die Special Edition erschienen ist, habe ich es noch einmal gelesen. Und ich war wieder hin und weg von Eleanor und Grey. Dieses Buch hat Herz, Humor, Kreativität, tolle Thematiken und vieles mehr. Für mich ist es eine Geschichte darüber, dass die Menschen, die im Leben wirklich wichtig sind, bleiben, auch wenn sie sterben und das Trauer ein Prozess ist, an dem man nicht vorbei kommt, der aber auch viel Positives freisetzen kann. Zu guter Letzt ist es auch eine unglaublich schöne „Zweite Chance“-Liebesgeschichte, die ich nach wie vor sehr empfehlen kann. 5/5 🌟

Noch eine Reihe, die ich angefangen habe und unbedingt beenden musste. Im Falle von Claire Kingsleys „Miles Family“-Reihe lag das vor allem an dem wunderschönen Setting. Die Familie, die hier im Mittelpunkt steht, hat ein Weingut. Jedes der vier Kinder, sowie deren Mutter, hat eine Aufgabe bzw. eine Beziehung zu diesem Weingut und so spielen alle Bücher auf diesem Fleckchen Land. Das Salishan Cellars-Weingut wird so farbenfroh und schön ausgemalt, dass man als Leser:In sofort das Gefühl hat vor Ort zu sein und nicht wieder gehen zu wollen. Die Geschwister sind so unterschiedlich und haben so unterschiedliche Charaktere und Themen, dass es nicht langweilig wird. Eine Nebengeschichte, die sich über alle fünf Bände zieht, sorgt zudem für spannende Momente. So sehr vieles an dieser Reihe mich auch zum schwärmen bringt: Ein bisschen Punktabzug gibt es auch hier. Zum einen, weil die besagte spannende Nebengeschichte, an einigen Stellen wirklich sehr weit hergeholt und geradezu albern wirkt. Zum anderen, ähnlich, wie in „Brooklyn Years“, wird hier teilweise ein Bild von Frauen gezeichnet, das mich wirklich gestört hat. Auf eine andere Art und Weise und deutlich reflektierter, aber trotzdem. 3,5/5 🌟.

Für mich ist es mittlerweile wirklich ein Problem, wenn LGBTQ-Geschichten zu einseitig dargestellt werden. Deswegen hat mich auf bei diesem Buch wieder die Behandlung der Thematik gestört. Auch wenn ich es schade finde, hier schon wieder etwas dazu schreiben zu müssen. Die Geschichte ist eine Geschichte zwischen zwei Männern. Und gerade im Zusammenspiel mit Emma Scotts anderer querer Liebesgeschichte, zu der es hier Querverbindungen gibt, hat mich das gestört. Denn es wirkte ein bisschen, als ob Emma Scott diese Geschichten nicht anders schreiben kann, als wenn für alle beteiligten die Queerness Grund für ein großes Trauma ist. Ja, Diskrimierung ist leider heute noch oft Teil dieser Biografien. Nein, das heißt nicht, dass es immer gleich lebensgefährlich werden muss und es nicht auch Charaktere geben darf, die eine positivere Erfahrung gemacht haben. Gerade hier fand ich es schade, weil die beiden Protagonisten so viele tolle Momente haben und Emma Scott wirklich gut darin ist, Emotionen zu transportieren und ihren Figuren Tiefe und Ausdruck zu verleihen. Auch hier. 3/5 🌟.

Nachdem mich der erste Teil der „Sylt“-Reihe etwas enttäuscht hat, fand ich den zweiten wirklich besser. Denn das hier ist ein richtig süßes Buch! Ich mochte vor allem Eliszas Art allen Menschen (auch Jonah) unvoreingenommen zu begegnen. Man hat ihr das Interesse an Menschen echt abgenommen und ich finde das hat sie zu einer richtig tollen Protagonistin gemacht! Die Geschichte zwischen den beiden fühlt sich sehr organisch an und ist gut geschrieben!
Punktabzug gibts für die vielen (öfter mal falschen und sich fast immer super holprig anfühlenden) Anglizismen und dafür, dass Jonah eigentlich ein richtig guter Typ ist aber immer als „Bad Boy“ betitelt wird. Seine Handlungen und Eliza’s Blick auf ihn machen das ganze echt unglaubwürdig. 4/5 🌟

Ballett und eine Ballettschule zum zentralen Thema einer Buchreihe zu machen, fand ich schon bei „Hold me“ eine tolle Idee. Und Anna Savas macht gut weiter. Mir hat dieser zweite Teil besser gefallen, als der erste, weil ich das Gefühl hatte, dass hier ein stärkerer, besserer Fokus auf dem Druck liegt, den so eine Ballettschule ausüben kann. Ich fand es toll, dass Raines Motivation an die Schule zu gehen kritisch hinterfragt wird und fand gerade das Ende diesbezüglich sehr passend. Die beiden Hauptfiguren fand ich an einigen Stellen trotzdem etwas schwer nachzuvollziehen und den Fluss der Geschichte manchmal ein bisschen holprig. Nichts desto trotz: Ein schönes Buch für Zwischendurch mit einem wirklich schönen Setting. 3,5/5 🌟.

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