
Autorin: Rebecca Yarros
Verlag: dtv
Erschienen: 15.6.2023
Seitenzahl: 768
ISBN: 978-3-423-28340-3
Eine Generation, um den Text zu ändern. Eine Generation, die entscheidet diesen Text zu lehren. Die nächste wächst heran und die Lüge hält Einzug in die Geschichte.“ (S. 684)
Darum geht’s:
Violet will am Basgiath War College Schriftgelehrte werden. Doch ihre Mutter, die Generalin, hat andere Pläne und so muss sie im Drachenreiterquadranten antreten. Das Auswahlverfahren und das erste Jahr sind brutal und schwierig und wird von einem Großteil der Anwärter*Innen garnicht erst überlebt. Violets Beziehung zur Generalin machen ihr außerdem Feinde. Einer davon ist Xaden, der Violet gehörig durcheinander bringt.
Das sage ich…
…zum Inhalt:
Um ehrlich zu sein hat mich dieses Buch nicht von Anfang an überzeugt. Obwohl, der Anfang auf der Handlungsebene unfassbar spannend ist, sprang der Funke für mich nicht über. Die Brutalität und Spannung am Anfang ist nicht genug eingeleitet und aufgebaut, um direkt zu wirken. Das ändert sich allerdings im Verlauf des Buches. Die Drachen tauchen auf, als Leser*In lernt man Violet als Protagonistin, die anderen Figuren und die Umgebung des Colleges kennen und so entwickelt sich das Buch in eine Richtung, mit der es mich immer mehr gefesselt hat. Gerade die Drachen und die Art und Weise, wie diese Wesen und ihre Beziehung zu Menschen hier erzählt werden hat mir sehr gefallen. Der politische Rahmen, den Yarros in diesem Buch kreiert und die Welt, die sie erschafft, sind zwar nicht in jeder Hinsicht originell und neu, aber trotzdem wirklich gelungen. Die Handlung nimmt richtig an Fahrt auf, sodass ich am Ende doch voller Vorfreude auf den zweiten Teil war.
…zu den Protagonisten:
Violet ist eine tolle Protagonistin und insgesamt eine spannende Figur. In einer Welt voller Brutalität und Krieg hatte sie als Schriftgelehrte bis jetzt ein sehr ruhiges Leben. Eine solche Figur mitten in dieses andere Umfeld zu stellen und sie so zu fordern erzeugt eine spannende Ausgangslage. Eine, die wirklich toll funktioniert. Es zeigt sich nämlich schnell, dass Violet trotz ihrer körperlichen Unterlegenheit und Unerfahrenheit im Kampf angeht, eine sehr starke Figur und eine starke Persönlichkeit ist. Sie ist gerissen, clever und schlagfertig und so wird sie zu einer vielschichtigen Figur, die das Buch insgesamt meiner Meinung nach sehr feministisch macht. Sie behauptet sich, lernt dazu und findet so allen Vorbehalten zum Trotz genau dort ihren Platz, wo sie ungewollt hingestellt wurde. Ihre Beziehung zu ihren Drachen und zu Xaden verstärkt diese Entwicklung noch und macht sie meiner Meinung nach glaubhaft und spannend.
Xaden war ein wenig zu eindimensional. Das fand ich sehr schade, da auch er im Verlauf des Buches immer wieder zeigt, dass mehr in ihm steckt, als der kalte Soldat, als der er oft wahrgenommen wird. Gerade seine Dynamik mit Violet und die Art und Weise, wie diese sich verändert, als sie sich besser kennenlernen ist hier wirklich toll geschrieben. Je besser wir ihn kennenlernen, desto mehr lernen wir über seine Vergangenheit, seine Motivationen und desto besser hat er mir als Figur gefallen. Das hat nur umso mehr gezeigt, wie viel mehr Potenzial in ihm steckt und ich hoffen dass die nächsten Bände hier noch weiterführen. Denn er ist eine tolle Figur und Violet und er sind ein tolle Team.
…zum Stil:
Wir oft bei Fantasy-Romance-Büchern fand ich, dass der Schreibsstil inkonsistent war. Die Passagen, in denen es um die politische Situation oder das Leben am War College geht, klingen so anders als die, in denen es um die (romantische) Beziehung zwischen den beiden Protagonisten geht. Insgesamt hat der Schreibstil mir aber gut gefallen. Einige tolle Zitate lassen sich ebenfalls herausheben, weil sie so gut formuliert sind. Hierzu wird es noch eine gesonderte Liste geben.
Heißt also:
Eine tolle Fantasygeschichte, die mich zwar nicht von Anfang an überzeugt, aber am Ende sehr in ihren Bann gezogen hat!