
Autorin: Emma Scott
Verlag: LYX
Erschienen: 28.4.2023
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3-7363-1798-7
Ich mach das nie. Ich lasse mir nicht helfen. Danke, dass du hier bist.“ (S. 145)
Darum geht’s:
In diesem letzten Band der „Lost Boys“-Reihe geht es um Ronan. Er hat, wie die anderen beiden, schon einiges mitmachen müssen. Als er Shiloh kennenlernt, die ebenfalls einiges an Gepäck mitbringt, zeigt sich jedoch schnell, dass es vielleicht genau das ist, was beide brauchen, um voranzukommen und ihre jeweilige Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Das sage ich…
…zum Inhalt:
Die Feinfühligkeit und die Emotionen in diesem Buch haben mich wirklich beeindruckt! Ja, Emma Sott trägt manchmal sehr dick auf. Auch hier. Doch dieses Buch ist ein wirklich starkes Plädoyer für die Kraft des guten Willens und der Vergebung. Es gibt so viele Momente in diesem Buch, die unfassbar schön die Geschichte von zwei Menschen erzählen, die denken, dass ihr Leben schon festgelegt ist. Der Weg klar, die Fehler gemacht. Und beide kommen am Ende zum Schluss, dass es eben doch nie zu spät ist, sich anderen zu öffnen. Sie erleben, dass eben nicht alle Menschen die Vergangenheit wie einen Stempel auf dem Gesicht sehen, der ein bestimmtes Bild festlegt. Sie erleben, dass Hilfe anzunehmen eben genau das sein kann, was am Ende dazu führt endlich loslassen und ein besseres Leben haben zu können.
Versteht mich nicht falsch – An einigen Stellen trieft dieses Buch nur so von Kitsch und an einigen Stellen ist es wirklich melodramatisch. Nichts desto trotz fand ich diese Botschaft wirklich gut umgesetzt und echt schön!
…zu den Hauptfiguren:
Ich habe mich schon auf diesen Dritten Band gefreut, weil ich Ronan schon in den ersten beiden Bänden so gerne mochte. Er bringt eine Balance in die Gruppe der Jungs, die sie nötig hat. Er ist nicht so warm und positiv, wie Miller, aber auch nicht so verschlossen und schwarzmalerisch, wie Holden. Auch wenn alle drei ihre Geschichte haben und Emma Scott ihre Bücher oft in der Dramatik aus genau diesen Geschichten tränkt, fand ich Ronan oft am nahbarsten und den besten Protagonist.
Shiloh bringt vor allem durch ihr kreatives Hobby und ihren unerschütterlichen Glauben an sich selbst und an das gute in anderen Menschen eine Liebe und Annahme in dieses Buch, die einfach nur schön ist. Vor allem, wenn sie sie Ronan entgegenbringt, der sie so nötig hat.
…zum Stil:
Zu Emma Scott Schreibstil bleibt nur noch zu sagen, dass sie, trotz der schon genannten Kritik, Emotionen erschafft, wie wenig andere. Ihre Geschichten sind zwar oft echt weit hergeholt und überdramatisiert, aber ihr Schreibstil schafft es an vielen Stellen die Lesenden wieder zu den Figuren zu führen und ihren Blick und Fokus auf die dahinterstehenden Themen zu lenken.
Heißt also:
Sagt gegen Emma Scotts Bücher, was ihr wollt, aber ich war wieder sehr gut unterhalten und konnte mich gut in die Geschichte von Ronan und Shiloh fallen lassen und mitfühlen. Hat mir gut gefallen!