Shine Bright – New England School of Ballett (Hörbuch)


Ich bin so nicht. Dachte ich.“ (S. 5)

Darum geht’s:

Lia ist perfektionistisch. Und nach außen hin wirkt sie auch perfekt. Beim Ballett sitzt jede Bewegung. Und doch steckt hinter der Fassade so viel mehr. Diese Seite zeigt sie jedoch nicht. Der einzige, der diese Seite zu sehen bekommt und dem sie von ihren Gedanken erzählt, ist ein Fremder während eines One-Night-Stands. Das ging leicht, weil sie dachte sie wird ihn nie wiedersehen. Blöd nur, als Phoenix sich im neuen Schuljahr an der Ballettschule als niemand anderes als ihr neuer Lehrer entpuppt.

Das sage ich…

…zum Inhalt:

Leider konnte mich dieser dritte Teil der „New England School of Ballett“-Reihe wirklich nicht überzeugen. Das liegt an ein paar Gründen. Am schwersten wegen zwei:

  • Die Handlung hat sich im Kreis gedreht. Es gab wenig tatsächliche Entwicklung im Verlauf des Buches, sondern immer ein hin und her nur um am Ende wieder an der gleichen Stelle zu landen. Das Ende bringt zwar manche Entwicklungen zu Ende, fühlt sich aber so an, als ob alles in den letzten paar Kapiteln passieren musste und nicht über das Buch Stück für Stück entwicklet wurde.
  • Lehrer*in/Schüler*in-Geschichten sind sehr schwer so zu erzählen, dass es nicht falsch wirkt und sich irgendwie organisch anfühlt. Das gelingt tatsächlich auch hier nicht. Denn obwohl sich beide bewusst sind, wie problematisch die Beziehung ist und welche Folgen sie haben könnte, finden sie am Ende eh immer wieder zusammen. Und es dauert lange, bis sie nicht mehr so tun, als ob ihnen dieser Fakt nicht irgendwie egal ist. Wie diese Situation am Ende gelöst wird, um doch ein Happy End bekommen zu können, hat mir leider auch garnicht gefallen. Es fühlte sich konstruiert und nicht nach einer realistischen Reaktion der Umstehenden an.

Dazu kommt, dass ich fand, dass Charaktermotivationen nicht deutlich genug werden, um richtig mitfühlen zu können und in Phoenix Fall ein Geheimnis eigentlich von Anfang an erahnbar ist, das allerdings sehr lange nicht bestätigt wird. Es fühlt sich künstlich herausgezögert und spannend gemacht an.

…zu den Hauptfiguren:

Ich fand Lia im ersten Teil sehr undurchsichtig. Deswegen war es super in diesem Band ein wenig hinter ihre Fassade schauen zu können und einen Einblick in ihre Gedanken zu bekommen. Nichts desto trotz fand ich sie an einigen Stellen nicht nachvollziehbar und unnötig kalt. Ähnliches gilt für Phoenix. Durch seine Geschichte kann man als Leser*In zwar nachvollziehen, warum er in manchen Situationen handelt, wie er handelt, aber trotzdem ist oft zu wenig tatsächliche Bewegung/Entwicklung drin, finde ich.

Die beiden haben ein paar tolle Momente zusammen und ich fand die Thematik, die Anna Savas durch dieses Buch ganz offensichtlich anschneidet/anschneiden will wirklich toll. Es geht darum, dass es sich lohnt man selbst zu sein und seine Gefühle nicht für andere in sich hineinzufressen. Das perfekt nicht so wichtig ist wie echt. In manchen Passagen gelingt es wirklich super diese Botschaft zu vermitteln, oft fühlt es sich allerdings ein bisschen zu platt/oberflächlich an.

…zum Stil:

In den ersten beiden Bänden war Anna Savas Schreibstil schon toll! Das war auch hier wieder der Fall. Auch wenn die Geschichte ein bisschen auf der Stelle tritt, ergibt sich durch ihren Stil ein super Lesefluss. In einigen Passagen, waren die Worte und Sätze jedoch echt sehr kitschig und übertrieben. Gerade wenn es um die Vergangenheit geht, die dramatisiert wird, oder um Liebeserklärungen zwischen Lia und Phoenix.

…zu den zu den Vorlesenden:

Ich muss leider sagen, dass mir beide Hörbuchsprechenden nicht gut gefallen haben. Das liegt, denke ich, an einer Mischung aus der Regie und den künstlerischen Entscheidungen, die beide treffen. „London“ zum Beispiel wird oft genannt und einfach komisch betont – von beiden, weswegen ich mir ziemlich sicher bin, dass es an der Regie liegt. Auch ein Name in Phoenix Umfeld klang jedes Mal komisch. Beide haben zudem unfassbar viel Dramatik in der Stimme und klingen oft, als ob sie kurz davor sind zu weinen. Das ist zwar in manchen Passagen passend, wird aber wirklich überzogen und zu viel benutzt.

Heißt also:

Auch wenn dieses Buch einiges Gutes hat, konnte es mich insgesamt wirklich nicht überzeugen. Grund dafür sind vor allem die Handlung, die auf der Stelle bleibt und Charakterentwicklungen, die sich langsam und wenig organisch anfühlen.

Bewertung: 2 von 5.

Hinterlasse einen Kommentar