Top 10 – Bücher mit sensibler Thematik

Es gibt viele Themen, die nicht einfach, nicht gemütlich sind. Und ebenso schwierig ist es, diese Themen in einem Buch gut umzusetzen. Themen wie sexuelle/häusliche Gewalt, Depression, Kinderlosigkeit, Traumata, Krankheiten etc. sind komplex, sensibel und oft sehr von eigenen Erfahrungen geprägt. Meiner Meinung nach gibt es jedoch einige Bücher, und einige Autoren insbesondere, die es schaffen genau diese Geschichten zu erzählen. Häufig finde ich solche Bücher besonders schön, weil die meisten es schaffen einen mit auf die Reise zu nehmen und das Gefühl der Hoffnung zu schaffen. Es ist wunderschön zu sehen, wie ein Charakter, der an einer wirklich schlimmen Stelle in seinem Leben ist/war langsam aber sicher wieder Gutes erfährt.


10 – Emma Scott „Never Doubt“

Meine letzte Rezension auf diesem Blog war zu genau diesem starken, facettenreichen Buch. Emma Sott thematisiert hier gleich zwei Formen von Gewalt: Sexuelle und häusliche. Beide Protaginisten haben ihre Erfahrungen damit gemacht und das Buch schafft es wirklich toll zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind, und in wie vielen Aspekten sie sich doch ähneln. Emma Scott schafft es wirklich toll das Dilema zu verdeutlichen, in dem Opfer häufig stecken, indem sie Isaacs Liebe für seinen Vater und Willows Bedürfnis weiterzumachen klar erzählt und doch immer wieder aufzeigt, wie traumatisch und schmerzhaft die Erfahrung trotzdem ist/war.




9. Vanessa Schöche „Broken Hope“

Auch wenn das Ende mir wirklich ein bisschen zu happy war, schafft es dieses Buch unglaublich gut den Umgang mit Trauer zu thematisieren und zu erzählen. Die Entwicklung, die geschildert wird, fand ich sehr gut nachvollziehbar und realistisch. Zu Beginn ist es wirklich, als ob Hope sich verschlossen hat und in ihrer Trauer versinkt. Es folgt ein Auf und Ab. Situationen, in denen es ihr wirklich gut geht, Situationen, in denen sie große Rückschritte macht, Situationen, in denen sie Schuldgefühle hat, weil sie weiterlebt und Sam nicht. Insgesamt schildert dieses Buch sehr einfühlsam diese Reise und die verschiedenen Phasen.



8. Emma Scott „All In“

Jonah aus Emma Scotts „All In“-Dilogie hat seit eines Urlaubes, in dem er sich einen Virus eingefangen hat, ein Spenderherz. Und dieses wird langsam aber sicher abgestoßen und das Ende ist schon absehbar. In wenigen Büchern wird so gut eingefangen, was es bedeutet mit einer solchen Diagnose zu leben. Selbst junge, kerngesunde Menschen können von jetzt auf gleich eine solche Krankheit bekommen. Das Unverständnis, die Sinnlosigkeit und die Verzweiflung, aber auch die Hilflosigkeit, die mit diesen Fällen einhergeht, werden erzählt. Und doch gibt das Buch Raum für positive Gefühle. Für Hoffnung, für Weiterentwicklung, für Trauerverarbeitung. Es nimmt sich Zeit mit der Trauer und dem Unverständnis umzugehen und entlässt den Leser am Ende doch mit einem guten Gefühl.


7. Val Emmich „Dear Evan Hansen“

Evan Hansen spinnt ein Netzt aus Lügen, baut es immer weiter aus, verstrick sich darin. Und zu Beginn versteht man als Leser nicht, wieso er es nicht schafft die Wahrheit zu sagen. Doch nachdem das Ende die Sitaution in ein anderes Licht rückt wird plötzlich deutlich: Evan ist depressiv. Und diese Depression hat ihn so sehr gefangen genommen und beeinflusst, dass er keine andere Möglichkeit gesehen hat Anerkennung zu finden. Keine schöne, aber eine sehr echte Geschichte, die zeigt, wie sehr psychische Probleme Menschen einnehmen und ihre Sicht auf die Welt beeinflussen/beeinträchtigen können. Evans Gedanken und das gefühl des Alleinseins werden erzählt und doch zeigt dieses Buch, dass man am Ende eben doch nie allein mit einer solchen Krankheit ist.


6. Wolfgang Herrndorf „Tschick“

Ich glaube jeder Mensch hat gewisse Vorurteile. Es ist sehr schwierig keine zu haben. Und auch wenn wir sie nicht bewusst haben und anwenden, ist es etwas, das wir im Hinterkopf behalten und an dem wir aktiv arbeiten müssen. Wolfgang Herrndorf schafft es in seinem Buch „Tschick“ genau diese Aussage zu treffen. Durch die Augen eines Teenagers und einen Roadtrip der anders läuft, als erwartet, hält er uns den Spiegel vor und erzählt eine herzliche und liebevoll geschriebene Geschichte darüber, was es heißt Vorurteile zu haben und zu wiederlegen. Eine Geschichte über Freundschaft unter ungewöhlichen Umständen.


5. Elton John „Ich“

Vermutlich hätten wenige auf dieser Liste eine Biopgraphie erwartet. Und doch verdient Elton Johns „Ich“ definitv einen Platz. Anders als bei den anderen Bücher auf dieser Liste wird die Thematik hier nicht in eine fiktive Geschichte verpackt. Denn Elton Johns Rockstarleben war real. Und sein Drogenkonsum, sein Exzess und alles, was sonst noch dazu gehört hat, haben ihn an einen Punkt gebracht, an dem er in Lebensgefahr schwebte. Aber Elton John hat sich zurückgekämpft. Die eigene Reflektion seines Lebens, die er nicht beschönigt oder zensiert, gibt einen unglaublich tollen Eindruck in die Gefahren dieser Welt und zeigt doch, dass man durch die richtige Unterstützung, durch Liebe und eisernen Willen aus vielen scheinbar aussichtslosen Lagen wieder herauskommt.


4. Anna Woltz „Gips“

Schwere Themen und Sorgen beschäftigen nicht nur Erwachsene. Und es gibt viele Kinder-/Teeniebücher, die diese Themen zugänglich machen. Seit ich in einem Uniseminar „Gips“ gelesen habe, denke ich, dass dieses hier eines der besten davon ist. Die Trennung der Eltern ist eine Horrorvorstellung für viele Kinder. Die Realität ist jedoch leider, dass viele Ehen wieder geschieden werden. „Gips“ erzählt eine solche Geschichte. Herzlich, Sensibel, Wunderschön und trotzdem sehr realistisch.


3. John Green „Margos Spuren“

Dazugehören. Das Gefühl haben da zu sein, wo man hingehört. Das wünscht sich denke ich jeder. Und gerade für Jugendliche ist das oft schwierig. Denn man muss nicht nur seinen Platz finden, sondern eben auch sich selbst. Und das kann wirklich schmerzhaft und sensibel sein. In seiner unvergleichlichen, wortgewandten Art, erzählt John Green hier die Geschichte von Quentin. Eine Geschichte darüber sich selbst zu finden, eine Geschichte darüber, dass Menschen nicht immer so sind, wie sie wirken, und noch viel mehr.


2. Colleen Hoover „Was Perfekt War“

Kinder gehören doch zu jeder Familie oder? Jeder will doch Kinder oder? Nein. Viele Paare entscheiden sich ganz bewusst gegen Kinder. Und noch mehr Paare möchten Kinder, können aber keine bekommen. Quinn und Graham gehören zur letzteren Kategorie. „Was perfekt war“ erzählt vom Aufwand, vom Schmerz, von der Enttäuschung, die viele Paare in so einer Situation erleben. Der unerfüllte Kinderwunsch steht hier zwischen den Beiden und nimmt die Beziehung richtig mit. Colleen Hoover schafft es trotz dieser schweren Thematik ein Buch zu schreiben, das Mut macht. Ein Buch mit der Botschaft, das Liebe die stärkste Kraft ist, die es gibt. Auch das Ende passt unglaublich gut und macht dieses Buch zu einem facettenreichen, romantischen und unbedingt lohnenswerten Leseerlebnis.



1. Colleen Hoover „Nur noch ein einziges Mal“

Für mich ist Colleen Hoover die Meisterin dieser Art von Büchern. Ich finde, es gibt wenige Autoren, die es so gut schaffen ein komplexes, schmerzhaftes Thema in so vielen Nuancen zu beleuchten. Colleen Hoover schafft es immer wieder trotz des Schmerzes und Leides, das erzählt wird, ihren ganz eigenen, humorvollen, romantischen Stil nicht zu verlieren.

„Nur noch ein einziges Mal“ muss den ersten Platz auf dieser Liste bekommen, weil wenige Bücher mich so viele Emotionen haben fühlen lassen. Die Thematik ist nicht einfach, denn es geht um häusliche Gewalt. Colleen Hoover schafft es die schreckliche Realität davon zu erzählen, den Leser den Schock und die Angst empfinden zu lassen. Und doch gestaltet sie ihre Figuren zutiefst menschlich. Ohne zu entschuldigen, was passiert, zeigt sie doch, dass die Liebe nicht einfach aufhört, dass Menschen trotz dieser schreklichen Erfahrungen lieben und geliebt werden und, dass die Liebe allein eben manchmal nicht ausreicht. Auch dieses ist eines jener Bücher, die einen ganz tief in die schreklichen Emotionen führen und einen doch am Ende mit Hoffnung entlasse, und so eben doch zutiefst lebensbejahend sind.

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