Becoming

Autorin: Michelle Obama

Verlag: Goldmann

Erschienen am: 13.11.2017

Seitenzahl: 544

ISBN: 978-3-442-31487-4

Darum geht’s:

Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, schreibt über ihr Leben. Angefangen bei ihrer Kindheit in Chicago bis Hin zu ihrer Zeit im weißen Haus.

Deswegen empfehle ich dieses Buch:

Ich bin ein großer Fan von Michelle Obama! Ich finde sie als Person sehr symphatisch. Sie ist warmherzig, bezieht zu Themen, die ihr wichtig sind klar Stellung und beweist, vor allem seit sie und ihr Mann das weiße Haus verlassen haben immer wieder ihren tollen Sinn für Humor! Die Autobiographie „Becoming“ spiegelt meiner Meinung nach jeden dieser Aspekte wunderbar wieder.

Zunächst einmal fand ich die Einteilung in drei Abschnitte, die Michelle Obama in ihrem Buch vorgenommen hat sehr gut gewählt und auch sinnvoll. Die Gliederung hilft dem Leser ihr zu folgen, gibt zu jedem Teil quasi eine grobe Einordnung in das große Ganze und macht schon zu Beginn deutlich, wie Michelle Obama sich selber sieht: Nämlich als eine Frau, die erst zu sich selbst gefunden hat, dann ihren Platz in einem Team und zu guter Letzt danach strebt sich noch weiter zu entwickeln und mehr zu bewirken.

Der erste Abschnitt ist überschrieben mit dem Titel „Becoming Me – Ich werden“. Hier erzählt sie zunächst einmal von ihrer frühen Kindheit, ihrer Schul- und Collegezeit und ihrem ersten Job. Sie schreibt hier sehr reflektiert über diese (frühen) Erfahrungen und Entwicklungen und wie diese sie im nachhinein betrachtet zu der Person gemacht haben, die sie heute ist. Außerdem gehört in diese Zeit der Beginn ihrer Freundschaft mit Barack.

Im zweiten Abschnitt „Becoming us – Wir werden“, thematisiert nun die Entwicklung dieser Beziehung hin zu eine Ehe, sowie Baracks politische Karriere von Beginn bis zu seiner Amtseinführung als 44. Präsident der USA. Man bekommt sehr interessante Einblicke hinter die Kulissen und immer wieder kleine Anektdoten die einem die Obamas als Paar noch einmal besser verstehen lassen und einen Blick auf die Arbeit und Energie werfen lassen, die in den Wahlkampf geflossen sind.

Der dritte Abschnitt schließlich heißt „Becoming More – Mehr werden!“. Michelle Obama erzählt hier von ihrer Zeit im weißen Haus, von der Anfangszeit und den Auf und Abs der Präsidenschaft und was diese für sie und ihre Familie bedeutet haben.

Michelle Obama schreibt sehr pointiert. Sehr klar. Sie schreibt geradeheraus sehr offen und ehrlich über ihre Erfahrungen. Sie beschönigt die schlechten und belastenden Erfahrungen nicht und bewahrt dabei trotzdem ihren Humor und liefert immer wieder kleine, witzige Anektoten, sodass eine tolle Balance aus beiden Seiten entsteht und immer ein Gefühl von ihr als einer herzlichen, offenen Person entsteht.

Heißt also…

Die ehemalige First Lady der USA ist so viel mehr als das. Sie hatte und hat ein Leben, über das es viel zu erzählen gibt! Und dies tut sie in diesem Buch. Offen, herzlich, super!!

Nächstes Jahr am selben Tag

Autorin: Colleen Hoover

Verlag: dtv

Erschienen am: 10. März 2017

Seitenzahl: 384

ISBN: 978-3-423-71845-5

Darum geht’s:

Fallon und Ben treffen sich am neunten November. Weil Fallon am nächsten Tag umzieht und beide keine Fernbeziehung eingehen wollen, beschließen sie, sich von nun an fünf Jahre lang immer genau einmal im Jahr zu sehen. Klingt einfach. Aber in fünf Jahren passiert eine ganze Menge.

Deswegen empfehle ich dieses Buch:

Colleen Hoover ist wahnsinnig gut darin, literarische Stilmittel zu benutzen, um ihren Geschichten mehr Tiefe zu verleihen. In „Was perfekt war“ benutzte sie vor allem die Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln, in diesem Buch sind es vor allem die Zeitsprünge. Fallon und Ben beschließen, sich nur einmal im Jahr, immer am neunten November, zu sehen und auch der Leser bekommt immer nur den neunten November geschildert. So wird eine wirklich tolle Spannung erzeugt. Als Leser schlägt man zwar nur die Seite um, trotzdem muss man sich alle paar Kapitel wieder neu zurechtfinden. Die Protagonisten haben ein ganzes Jahr erlebt und es ist ein bisschen so, als ob man sie jedes Mal, wenn es diesen Zeitsprung von einem Jahr gibt, wieder neu kennen lernen kann.

Ben und Fallon sind als Protagonisten facettenreich und witzig ausgearbeitet, wie es so oft bei Colleen Hoover der Fall ist. Auch hier lernen sich die beiden wieder in einer relativ absurden Situation kennen. Auch hier haben beide Charaktere wieder wunderbare Eigenarten und eine tolle Dynamik. Genau deswegen mag ich Colleen Hoover so gerne!

Die Geschichte selber empfand ich als sehr romantisch und schön geschrieben. Man folgt Fallon und Ben, wie sie sich eigentlich auf den ersten Blick ineinander verlieben, und wie immer wieder sie selbst oder die private Situation der beiden dem Happy End im Weg stehen. Das macht es umso schöner als sie diesen Weg zueinander am Ende doch gehen und sich endlich füreinander entscheiden. Es ist wenig überraschend, das es ein Happy End gibt, aber Colleen Hoover schafft es immer wieder trotz des vorhersehbaren „Das“ den Leser mitzureißen und das „Wie“ bis zum Ende spannend zu halten.

Heißt also…

Colleen Hoover beweist auch hier wieder ihr Talent für tolle, mitreißende Liebesgeschichten!

Nicht weg und nicht da

Autorin: Anne Freytag

Verlag: Heyne fliegt

Erschienen am: 19.3.2019

Seitenzahl: 480

ISBN: 978-3-453-27159-3

Darum geht’s:

Luise hat ihren Bruder geliebt. Er war einer der besten Freunde, die sie je hatte und einer der Einzigen. Als er stirbt bricht ihre Welt zusammen. Sie schneidet sich die Haare ab und zieht sich immer mehr zurück. Dann lernt sie Jacob kennen. Zuerst lässt sie auch ihn nicht an sich ran. Bis sie an ihrem 16. Geburtstag eine E-Mail von ihrem Bruder bekommt. Es folgen weitere Mails, die ihr zusammen mit Jacob langsam aber sicher neuen Mut geben.

Deswegen empfehle ich dieses Buch:

Mir haben vor allem Anne Freytags Schreibstil und ihr Mut eine solch schwierige Thematik in einem Jugendbuch anzugehen sehr gefallen. Bereits der Anfang nimmt einen mit in die Geschichte hinein und die Gedanken der Protagonistin. Man will Luise kennenlernen und wissen was es mit ihrer Entscheidung vom Anfang des Buches auf sich hat. Denn das Buch beginnt mit dem Tag, an dem Luise sich die Haare abschneidet. Sie ist von Anfang an sehr verschlossen und ruhig, und das merkt auch der Leser. Es dauert eine Weile bis man das Gefühl hat sie ein bisschen einschätzen zu können.

Die Geschichte braucht eine Weile, bis sie wirklich losgeht und auch dann gibt es immer wieder Passagen in denen nur sehr wenig passiert und viel Gedankenwiedergabe stattfindet. Aber das tut diesem Buch meiner Meinung nach unglaublich gut! So findet Anne Freytag die Möglichkeit den Gefühlen, die in diesem Buch ganz klar im Vordergrund stehen, genügend Raum zu geben. Es passt zu der Geschichte und zu Luises Seelenstimmung, dass es nicht immer viel Handlung gibt. Der Tod und auch die Krankheit von Luises Bruder Kristopher, der manisch-depressiv war, werden immer wieder thematisiert. Die Krankheit wird ausreichend behandelt und ernstgenommen. Es wird nichts beschönigt. Dadurch gibt es viele Passagen, die nicht sehr glücklich/fröhlich, sondern sehr rührend und gefühlvoll sind. Durch Luises Sicht auf diese Krankheit und ihre Erfahrungen mit ihrem Bruder wird jedoch auch ein Gegengewicht entworfen. Auch Unverständnis über die Denkmuster des Kranken oder auch das Gefühl alleine gelassen worden zu sein werden so zum Ausdruck gebracht.

Die Geschichte zwischen Luise und Jacob ist wunderschön erzählt. Es dauert zwar eine Weile, aber dann nimmt man auch als Leser wirklich den Kontrast zwischen Luises Stimmung in seiner Gegenwart und ihrer Stimmung, wenn sie mit sich selbst alleine ist, wahr. Es wird genügend Raum gegeben für die Entwicklung dieser Liebe, sodass man als Leser wirklich mit Luise den Weg aus der Dunkelheit ohne ihren Bruder zurück ins Leben mit Jacob mitgeht. Zwischen den beiden gibt es immer wieder sehr bewegende Momente und beide Charaktere sind sehr gut durchdacht geschrieben, sodass Entscheidungen der Figuren und Missverständnisse gut nachvollziehbar sind und nicht aus dem Nichts kommen.

Heißt also…

Anne Freytag hat ein bewegendes Buch geschrieben, das dem Leser den Schmerz nahebringt, den es bereiten muss, einen geliebten Menschen zu verlieren. „Nicht weg und nicht da“ findet aber auch immer wieder ein Ja zum Leben und entlässt den Leser nicht ohne Hoffnung.