Nicht weg und nicht da

Autorin: Anne Freytag

Verlag: Heyne fliegt

Erschienen am: 19.3.2019

Seitenzahl: 480

ISBN: 978-3-453-27159-3

Darum geht’s:

Luise hat ihren Bruder geliebt. Er war einer der besten Freunde, die sie je hatte und einer der Einzigen. Als er stirbt bricht ihre Welt zusammen. Sie schneidet sich die Haare ab und zieht sich immer mehr zurück. Dann lernt sie Jacob kennen. Zuerst lässt sie auch ihn nicht an sich ran. Bis sie an ihrem 16. Geburtstag eine E-Mail von ihrem Bruder bekommt. Es folgen weitere Mails, die ihr zusammen mit Jacob langsam aber sicher neuen Mut geben.

Deswegen empfehle ich dieses Buch:

Mir haben vor allem Anne Freytags Schreibstil und ihr Mut eine solch schwierige Thematik in einem Jugendbuch anzugehen sehr gefallen. Bereits der Anfang nimmt einen mit in die Geschichte hinein und die Gedanken der Protagonistin. Man will Luise kennenlernen und wissen was es mit ihrer Entscheidung vom Anfang des Buches auf sich hat. Denn das Buch beginnt mit dem Tag, an dem Luise sich die Haare abschneidet. Sie ist von Anfang an sehr verschlossen und ruhig, und das merkt auch der Leser. Es dauert eine Weile bis man das Gefühl hat sie ein bisschen einschätzen zu können.

Die Geschichte braucht eine Weile, bis sie wirklich losgeht und auch dann gibt es immer wieder Passagen in denen nur sehr wenig passiert und viel Gedankenwiedergabe stattfindet. Aber das tut diesem Buch meiner Meinung nach unglaublich gut! So findet Anne Freytag die Möglichkeit den Gefühlen, die in diesem Buch ganz klar im Vordergrund stehen, genügend Raum zu geben. Es passt zu der Geschichte und zu Luises Seelenstimmung, dass es nicht immer viel Handlung gibt. Der Tod und auch die Krankheit von Luises Bruder Kristopher, der manisch-depressiv war, werden immer wieder thematisiert. Die Krankheit wird ausreichend behandelt und ernstgenommen. Es wird nichts beschönigt. Dadurch gibt es viele Passagen, die nicht sehr glücklich/fröhlich, sondern sehr rührend und gefühlvoll sind. Durch Luises Sicht auf diese Krankheit und ihre Erfahrungen mit ihrem Bruder wird jedoch auch ein Gegengewicht entworfen. Auch Unverständnis über die Denkmuster des Kranken oder auch das Gefühl alleine gelassen worden zu sein werden so zum Ausdruck gebracht.

Die Geschichte zwischen Luise und Jacob ist wunderschön erzählt. Es dauert zwar eine Weile, aber dann nimmt man auch als Leser wirklich den Kontrast zwischen Luises Stimmung in seiner Gegenwart und ihrer Stimmung, wenn sie mit sich selbst alleine ist, wahr. Es wird genügend Raum gegeben für die Entwicklung dieser Liebe, sodass man als Leser wirklich mit Luise den Weg aus der Dunkelheit ohne ihren Bruder zurück ins Leben mit Jacob mitgeht. Zwischen den beiden gibt es immer wieder sehr bewegende Momente und beide Charaktere sind sehr gut durchdacht geschrieben, sodass Entscheidungen der Figuren und Missverständnisse gut nachvollziehbar sind und nicht aus dem Nichts kommen.

Heißt also…

Anne Freytag hat ein bewegendes Buch geschrieben, das dem Leser den Schmerz nahebringt, den es bereiten muss, einen geliebten Menschen zu verlieren. „Nicht weg und nicht da“ findet aber auch immer wieder ein Ja zum Leben und entlässt den Leser nicht ohne Hoffnung.

2 Kommentare zu „Nicht weg und nicht da“

  1. Eine super schöne Rezension, ich habe leider bisher noch nichts von Anne Freytag gelesen, obwohl ich zwei Bücher von ihr zu Hause habe. Ich werde dieses Jahr sowieso meinen SuB abarbeiten und bestimmt mal noch etwas von ihr lesen 😀

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