Top 10 – Klischees in NA/YA-Büchern

Wenn ihr an euer Lieblingsbuchgenre denkt, fallen euch bestimmt gleich einige Klischees und Handlungsstränge ein, die in fast jedem Buch dieses Genres vorkommen, richtig? Genres sind ja nunmal auch aus einem Grund Genres und ich finde Elemente, die oft bzw. immer wiederkehren auch nicht an sich schlecht. Heute will ich allerdings mal über die Klischees sprechen, die mich stören. Das muss nicht heißen, dass sie mich in jedem Buch gleich doll stören, oder nicht auch gut umgesetzt sein können, sondern einfach, dass sie mich oft genug nerven. Ich lese, wie ihr wisst, sehr gerne New Adult/Young Adult-Bücher, also konzentriere ich mich heute auf genau dieses Genre.


10. Wenig Arbeit – Viele Möglichkeiten

Meinen erster Punkt ist das Berufsleben vieler NA/YA-Protagonist:innen. Viel zu oft haben sie einen Nebenjob und studieren oder arbeiten Vollzeit, finden aber trotzdem die Zeit und das Geld für Ausflüge, viele Erlebnisse mit Freunden, ganz viel persönliches Drama und mehr. Was auch verhäuft vorkommt, ist, dass die Protagonist:innen ihr Studium und ihren Job vernachlässigen und trotzdem keine richtigen Konsequenzen erfolgen. Unrealistisch und ein nerviges Klischee, das manche Bücher zum Glück gut umgehen.

9. Wenn alles auf einmal passiert

Es gibt Tage, an denen viel auf einmal passiert. Und genau solche kommen in Büchern unglaublich oft und meiner Meinung zu oft vor. Manchmal hat man das Gefühl, dass alle Handlungsstränge auf einmal gelöst werden müssen und Dinge viel zu schnell geplant und umgesetzt werden. Als Leserin brauche ich nicht kapitelweise Erzählungen von langweiligem Alltag, aber ich finde es wichtig Entwicklungen auch Raum zu geben und nicht vorschnell mit einer Lösung zu sein.

8. Liebe auf den ersten Blick

Natürlich kann man jemanden auf Anhieb sympahtisch finden. Und natürlich kann sich aus so einer Sympathie auch relativ schnell Liebe entwickeln. In Bücher kommt es allerdings meiner Meinung nach viel zu häufig vor, dass die Protagonist:innen sich fast garnicht kennen, sich einmal begegnen und im nächsten Kapitel schon von der großen Liebe reden und füreinander ihre Leben verändern. Ich finde sowas immer unrealistisch und viel zu übereilt. Zudem finde ich, gibt das Buch den Lesern so nicht die Chance richtig in die Beziehung investiert zu sein und mitzufühlen.

7. Sexuelle Spanung = Liebe

Dazu muss ich glaub ich nicht unbedingt mehr sagen, als diese Überschrift. Ja – körperliche Anziehung gehört klar zum Verliebt sein dazu; Nein – jemanden attraktiv finden und sich zueinander hingezogen fühlen ist nicht das gleiche, wie den Partner fürs Leben gefunden zu haben. Viele Autor:innen verlieren sich meiner Meinung nach auch genau hier drin und schaffen es so leider nicht den Leser:innen deutlich zu machen, was die Charaktere tatsächlich miteinander verbindet und was sie tatsächlich zu einem guten Team macht (wenn es da überhaupt etwas gibt…)

6. Schicksalsschläge

Ich mag Geschichten mit Schicksalsschlägen – Sie haben Potenzial für wirklich spannende Charakterentwicklungen und schöne Momente. Trotdem stört es genauso oft, wie es gut klappt. Es ist, hab ich manchmal das Gefühl, schon fast ein Trend eine herzzerreißende Vergangenheit zu schreiben und fühlt sich manchmal eben wie ein Mittel zu Zweck an und nicht wie etwas, das manche Menschen tatsächlich erleben müssen und was einen echten Einfluss hat.

5. Bad Boy/Good Girl

Hardin und Tessa, Feyre und Rhys, Lena und Ryan… Die Liste geht weiter. Und was alle Paare gemeinsam haben sind der vermeintliche Bad Boy und das nette Mädchen von nebenan. Und dieses Klischee regt mich so oft auf. Das Good Girl lässt sich häufig ohne Gegenwehr schlecht behandeln und sieht sich evetuell sogar in der Verantwortung als Retterin. Aber es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Bad Boy wirklich böse, kein guter Einfluss, gefährlich und so weiter – Bücher sollten so etwas nicht romantisieren. Außerdem wird es dann, finde ich, unrealistisch, dass ausgerechnet so jemand sich in den graue Maus-Typ, das liebe, nette Mädchen verliebt. Oder: Dieses Bad Boy-Image ist nur eine Fassade: Dann ist das Verhalten einfach schlichtweg nicht okay. Denn wenn tatsächlich ein netter, aufmerksamer Typ hinter der arroganten, miesen Fassade steckt, dann behandelt er die Protagonistin einfach schlecht. Es lässt sich dann nicht mehr dadurch erklären, dass diese Person einfach kein guter Mensch ist, sondern wird entschuldigt und es wird als romantisch dargestellt, wenn diese Fassade dann bröckelt. Also – Entweder der Kerl ist wirklich schlecht, oder er behandelt die Protagonistin schlecht, obwohl er es besser weiß – beides problematisch.

4. Überreaktion

Wer kennt es nicht? – die große Liebe trennt sich von einem und sofort wird das ganze Studium geschmissen, der Beruf gekündigt, ausgewandert oder sich wochenlang im Zimmer verkrochen. Oder so ähnlich. Egal ob es Liebeskummer, ein Schicksalsschlag, ein Gespräch, dass blöd gelaufen ist, oder etwas ähnliches ist – So oft gibt es in Büchern große, dramatische Reaktionen darauf. Man liest Bücher ja nunmal auch für das Drama aber viel zu oft habe ich das Gefühl, dass die Reaktion nicht nur dramatisch ist, sondern auf eine Art und Weise dramatisch, die schlicht unrealtisch ist.

3. Verbrechen/Unfälle

Viele Figuren in NA/YA-Büchern sind entweder noch Jugendliche oder gerade mal Junge Erwachsene. Und doch haben so viele von ihnen entweder schon Verbrechen begangen, sie beobachtet, oder waren Zeuge von schweren Unfällen. Klar kann sowas passieren, aber die Häufigkeit, in der das in Büchern passiert, macht es schon zu einem Klischee. Vor allem sind die Situationen häufig ganz klar nicht in Übereinstimmung mit dem eigentlichen Charakter der Figur oder ziehen Konsequenzen nach sich, die wirklich übertrieben sind, wenn man das Alter der Figuren bedenkt und die Tatsache, dass es oft ganz klar Unfälle, oder aber erzwungene und erste Taten sind.

2. Schuldgefühle

Direkt auf 3 aufbauend und sogar noch nerviger – Wenn ein Ereignis in der Vergangenheit ganz klar ein Unfall war, aber die Hautpfigur ganz fest davon überzeugt ist daran Schuld und deswegen ein schrecklicher Mensch zu sein. Gerade wenn es Situationen sind, in denen diese Figur nur sehr wenig hätte unternehmen können, um den Unfall oder das Verbrechen zu verhindern. Noch lächerlicher und nerviger ist es, wenn das Ereignis schon mehrere Jahre in der Vergangenheit liegt, eigentlich schon abgehakt ist und nichts mit dem neuen Umfeld der Figur zu tun hat – Natürlich kann man nicht beeinflussen wie lange und wie schuldig man sich fühlt, aber gerade wenn man sich seit dem total verändert hat, kann man den neuen Bekanntschaften doch eine Chance geben damit umzugehen und einen trotzdem anzunehmen. Stattdessen wird sich in Büchern teilweise noch Jahre später der Kopf darüber zerrissen. In der Realität sollte man solche Menschen wohl helfen mit ihrem Trauma umzugehen.

1. Kommunikation

Fehlende bzw. falsche Kommunikation kommt in Büchern unglaublich oft vor, und ist Abstand das Klischee, das mich am meisten stört. Natürlich gibt es im echten Leben mal Missverständnisse und natürlich fühlt man sich nicht immer direkt bereit über alles zu reden, aber Bücher treiben dieses Phänom oft auf die Spitze. Hier wird um den heißen Brei herumgeredet, es wird nicht nachgefragt, aneinander vorbeigeredet, gelogen, verschwiegen und noch mehr. So oft in Geschichten hat man, finde ich, das Gefühl, dass die beiden Protagonisten schon nach einem Bruchteil der Zeit zusammenkommen könnten, wenn sie gleich offen miteinander wären. Hier ein paar Beispielsituationen, in denen Kommunikation direkt helfen könnte und die mich in Büchern richtig nerven

  • wenn die beiden sich eigentlich schon gut kennen, aber einer von beiden trotzdem eher einem Gerücht oder einer Aussage von jemand Anderem traut, als nachzufragen.
  • A spricht etwas nicht an oder thematisiert etwas nicht, weil er/sie der festen Überzeugung ist, das B ihn/sie dafür verurteilen und verlassen wird. Ein bisschen Vertrauen darf man doch haben, oder?? Außerdem: Man führt also lieber eine Beziehung, in der man weiß, das man etwas wichtiges verschwiegen hat, als einmal das Risiko einzugehen und die Beziehung ggf. noch viel stärker und leichter zu machen??
  • wenn ein Problem in der Beziehung mit sämtlichen Freunden besprochen wird, aber nicht mit der jeweils anderen Person
  • wenn die Hintergründe einer Situation nicht erklärt werden, aber lieber die Beziehung geopfert wird, als ein ’schreckliches‘ Geheimnis einfach zu erzählen
  • wenn die beiden schon richtig ineinander verliebt sind, super viel zusammen erlebt haben, aber A trotzdem nicht glaubt, dass B mit etwas umgehen kann, das vielleicht nicht so toll ist.

1 Kommentar zu „Top 10 – Klischees in NA/YA-Büchern“

  1. […] trotzdem stößt er Andy von sich und sorgt immer wieder für Missverständnisse und Spannung. In meiner letzten Top 10-Liste bin ich auf Klischees eingegangen, die mich stören und leider bedient Cooper hier gleich zwei […]

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