Wir sind das Feuer

Autorin: Sophie Bichon

Verlag: Heyne

Erschienen: 10.2.2020

Seitenzahl: 432

ISBN: 978-3-453-42384-8


Du bist eine Träumerin, Louisa. Immer hast du den Kopf in den Wolken.

Darum gehts:

Louisa zieht zum studieren um. Auch um endlich nicht mehr ständig an den Unfall erinnert zu werden, bei dem ihr Vater ums Leben gekommen ist. Sie lernt Paul kennen und die Chemie stimmt sofort. Und trotzdem bleibt Paul zunächst auf Abstand.



Das sage ich…

...zum Inhalt:

Inhaltlich ist „Wir sind das Feuer“ eine ganz typische New Adult-Geschichte. Man hat die schwere Vergangenheit, den geheimnisvollen Protagonisten, die unglaublich kitschigen Liebeserklärungen und schmalzigen Momente. Und doch bzw. deshalb hab ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Vor allem die Leidenschaft für Sprache, die durch Louisa mit in die Geschichte kommt, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Sie sammelt zum Beispiel schöne Wörter in einem Notizbuch und ihre Verbindung mit Paul, der deutsche Wurzeln hat, führt zu einigen Passagen, in denen sich über die Schönheit von Sprache und die Bedeutung von Wörtern unterhalten wird. Die Freundesgruppe, die das Zentrum dieses Buches bildet fand ich auch toll, weil Sophie Bichon dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit und Verbundenheit toll einfängt. Die Beziehung zwischen Louisa und Paul fand ich hingegen nicht so gelungen eingefangen. Es hat sich für mich manchmal einfach angefühlt, als ginge es einfach alles zu schnell und die Art und Weise, wie die beiden miteinander kommunizieren ist in manchen Passagen einfach zu unrealistisch und kitschig.

…zu den Protagonisten:

Louisa ist eine toughe, starke Frau, die mir sofort sympathisch war. Ihre Leidenschaft für Sprache, die ich ja oben schon beschrieben habe, bereichert die Geschichte meiner Meinung nach sehr und sie hat viele Passagen, in denen sie zeigt, was für eine gute Freundin sie denen um sich herum ist. Sie ist, wie in dem Zitat oben deutlich wird, eine Träumerin und das fand ich super. Gleichzeitig empfand ich ihre Handlungen und Motivationen in manchen Passagen, gerade manche Reaktionen auf Paul, als wenig Sinn ergebend und nur schwer nachvollziehbar.

Paul ist ein Mann, bei dem man als Leser von Anfang an merkt, was für ein gutes Herz er hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Seine Freunde liegen ihm am Herzen und er setzt sich für sie ein. Gleichzeitig muss ich sagen, dass mir sein sehr schlechtes Selbstbild und sein vorwurfsvoller Blick auf sich selbst manchmal wirklich auf die Nerven gegangen sind. Ich finde es war nicht gut genug begründet und wirkte oft wie reine Überreaktion.

…zum Stil:

Der Schreibstil von Sophie Bichon lässt sich super lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin und oft entstehen sehr poetische Sätze mit viel Tiefe.

Was ich jedoch auch sagen muss ist, dass ich fand, dass manche Bezeichnungen und Ausdrücke einfach zu oft wiederholt werden (z. B. Paul, der Louisa wegen ihrer Haarfarbe immer ‚Feuermädchen‘ nennt) und der Stil manchmal ins sehr kitschige und pathetische abdriftet.

Heißt also:

Trotz einiger Kritikpunkte hat mir „Wir sind das Feuer“ echt gut gefallen. Ich kann dieses Buch weiterempfehlen.

Bewertung: 3.5 von 5.

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