Was wir in uns sehen

Autorin: Sarina Bowen

Verlag: LYX

Erschienen: 30.9.2021

Seitenzahl: 400

ISBN: 978-3-7363-1537-2


Ich wünschte nur, ich könnte es abschalten. Ich will keine Gefühle mehr für ihn haben.“ (S.150)

Darum gehts:

Seit Chestity und Dylan sich kennen, sind sie beste Freunde. Und seid sie sich kennen ist Chestity verliebt. Doch sie rechnet nicht damit, dass sich daran, oder an der Freundschaft der beiden etwas ändert. Doch dann passiert genau das.

Das sage ich…

...zum Inhalt:

Ich mag Geschichten, in denen Freunde zu mehr werden. Und gleichzeitig sind diese Geschichten meiner Meinung nach sehr schwierig zu schreiben – denn wenn für den Leser von Anfang an schon zu klar ist, wie stark die Gefühle zwischen den Protagonisten sind, wird es sehr schwierig die Spannung aufrechtzuerhalten. Sarina Bowen hat es in diesem Buch meiner Meinung nach aber sehr gut geschafft diese Entwicklung aufzubauen. Von vornherein ist klar, was Chestity empfindet, aber es wird sehr gut deutlich, warum die Freundschaft zwischen den beiden bis zum Beginn des Buches nur das war. Die Themen, die dieses Buch außerdem anspricht fand ich ebenfalls sehr interessant, auch wenn die Umsetzung teilweise nicht so gelungen war.

…zu den Protagonisten:

Chastity ist in einer Sekte aufgewachsen und kurz vor ihrer Volljährigkeit geflohen. Dieser Umstand macht sie als Figur wirklich vielschichtig und interessant. Sie ist ruhig und verschlossen aber gleichzeitig so interessiert, liebevoll und hilfsbereit, dass sie die Geschichte super trägt. Nichts desto trotz wurde das Trauma und ihre Zeit dort ein wenig zu sehr als ein Mittel die Geschichte voranzubringen benutzt und nicht genug aufgearbeitet und in die Eigenschaften und Reaktionen eingebaut. Man hatte das Gefühl, dass diese Vergangenheit nur wirklich angeführt wurde, wenn sie eine bestimmte Reaktion/Einstellung begründen sollte, die für den Fortgang wichtig war.

Mit Dylan war es ähnlich: Er ist Farmer und hat daher viele Fähigkeiten und Erfahrungen, die ihn als Figur ausmachen. Aber diese Seite von ihm wurde nur dann richtig benutzt, wenn sie für die Geschichte wichtig sind. Denn das was für die Geschichte als fast am wichtigsten dargestellt wird, ist seine Einstellung zu festen Beziehungen und seine Ablehnung dieser. Dadurch wirkte er oft sehr oberflächlich und eindimensional. Ich hätte mir hier mehr Entwicklung gewünscht.

Die beiden zusammen sind toll: Sie gehen sehr rücksichtsvoll, aufmerksam und hilfsbereit miteinander um und die Freundschaft wirkt sehr realistisch. Sie bringen beide eine andere Seite im jeweils anderen heraus und als Leser kann man sehr gut verstehen, warum die beiden einander so wichtig sind. Sowohl als Freunde, als auch später als Partner.

…zum Stil:

Der Stil war an sich super und flüssig zu lesen. Ich mochte die Abwechslung zwischen Chastity und Dylan als Erzählenden. In manchen Passagen wirkten mir die Sätze allerdings zu abgehackt und, ähnlich wie die Figuren, zu platt.

Heißt also:

Nicht Sarina Bowens stärkstes Buch, aber durch die Thematik und die tolle Freundschaft der Figuren durchaus eine Empfehlung wert.

Bewertung: 3.5 von 5.

P. S. Danke an den LYX-Verlag und die Bloggerjury für das Rezensionsexemplar 🙂

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